Pete Buttigieg, Elizabeth Warren und Joe Biden

Wahlvideo des Demokraten Biden geht auf Buttigieg los

Stand: 08.02.2020 22:35 Uhr

Der Ton unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern wird rauer: Vor den nächsten Vorwahlen greift Ex-Vizepräsident Biden den überraschend erfolgreichen Buttigieg direkt an - als unerfahrenen Lokalpolitiker.

Knapp eine Woche nach Pete Buttigiegs starkem Abschneiden bei der ersten Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und wenige Tage vor der nächsten Vorwahl in New Hampshire greift der frühere US-Vizepräsident Joe Biden den jungen Ex-Bürgermeister direkt an. In einem Videoclip stellte Biden seine politischen Erfolge als Vize-Präsident des damaligen Präsidenten Barack Obama heraus und porträtierte Buttigieg als unerfahrenen Lokalpolitiker.

Video betont Bidens internationale Erfahrung

Bislang hatten sich Biden und andere demokratische Präsidentschaftsbewerber in Sachen bissiger Negativwerbung übereinander eher zurückgehalten. Während der 77-jährige Biden geholfen habe, die Wirtschaft anzukurbeln und internationale Krisen zu lösen, habe sich der 38-jährige Buttigieg als Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana um "dekorative Laternen" und "die Revitalisierung von Bürgersteigen" gekümmert, heißt es in dem Clip.

Buttigieg habe zudem als Bürgermeister den ersten afroamerikanischen Polizeichef der Stadt gefeuert. Bidens Erfolge sind in dem Video mit dramatischer Musik untermalt, jene Buttigiegs mit kindisch anmutender Musik. Das Video endet mit dem Claim: "Wir wählen einen Präsidenten. Was Du getan hast, zählt."

Buttigiegs Team kontert

Buttigiegs Sprecher Chris Meagher erklärte auf Twitter, es seien dessen Erfolge bei der Wiederbelebung einer strauchelnden Stadt und seine Erfahrung als früherer Soldat, die ihn zu einem guten Präsidenten machen würden. Bidens neues Video unterstreiche nur, wie schlecht es um dessen Kampagne bestellt sei, schrieb er weiter. Die Politik in Washington halte das, was in Kommunen wie South Bend echte Verbesserungen für die Menschen darstelle, für unwichtig.

Der moderate Kandidat Buttigieg war bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa am vergangenen Montag überraschend als Sieger hervorgegangen, knapp vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Der ebenfalls als moderat geltenden Biden, der in landesweiten Umfragen lange in Führung lag, kam nur auf einen enttäuschenden vierten Platz.

Auch in New Hampshire, wo am Dienstag abgestimmt werden soll, werden Buttigieg gute Chancen eingeräumt. Biden hatte bereits bei einer TV-Debatte in der Nacht zum Samstag die mangelnde Erfahrung des früheren Bürgermeisters kritisiert.

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