Amazon-Gründer und "Washington Post"-Besitzer Jeff Bezos | Bildquelle: REUTERS

Nach Brief des Amazon-Chefs "Enquirer" dementiert Erpressung

Stand: 10.02.2019 18:54 Uhr

Amazon-Chef Bezos hatte dem "Enquirer" vorgeworfen, ihn mit intimen Fotos zu erpressen. Nun kontert der Anwalt des Trump-nahen Blattes: Es sei kein Verbrechen, jemanden zu bitten, die Wahrheit zu sagen.

Der Verlag der Boulevardzeitung "National Enquirer" hat Vorwürfe einer Straftat im Zusammenhang mit der Veröffentlichung intimer Fotos von Amazon-Chef Jeff Bezos zurückgewiesen. Das Blatt habe sich weder der Erpressung noch der Nötigung schuldig gemacht, sagte Anwalt Elkan Abramowitz. Er vertritt den Vorstandschef des Verlags American Media Inc., David Pecker.

Bezos hatte Pecker persönlich vorgeworfen, hinter einem Erpressungsversuch zu stecken. In einem offenen Brief schrieb der Amazon-Chef, Anwälte des Medienhauses hätten mit der Veröffentlichung von intimen Fotos seiner Affäre mit einer ehemaligen Fernsehmoderatorin gedroht, wenn er Ermittlungen seiner Privatdetektive darüber, wie das Boulevardblatt an Textnachrichten zwischen ihm und ihr gelangte, nicht einstellte. Außerdem wollte American Media von Bezos demnach eine Klarstellung, dass das Blatt in seiner Berichterstattung nicht politisch motiviert oder beeinflusst sei.

"Es ist absolut kein Verbrechen..."

Pecker gilt als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Trump wiederum hatte Bezos für die kritische Berichterstattung seiner Zeitung "Washington Post" mehrfach angegriffen.

In dem Fall ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft. Anwalt Abramowitz sagte dem Sender ABC, diese Untersuchung bereite ihm keine Sorgen. Die Gespräche zwischen dem Medienhaus und Bezos seien lediglich eine Verhandlung gewesen. "Es ist absolut kein Verbrechen, jemand zu bitten, die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit zu sagen, dass es nicht politisch motiviert war, und wir werden keine weiteren Geschichten drucken."

Amazon-Chef Bezos wirft Boulevard-Blatt Erpressung vor
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
08.02.2019 05:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Februar 2019 um 05:41 Uhr.

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