Ein Mann macht ein Selfie vor der Weihnachtskrippe in Bethlehem | Bildquelle: AFP

Weihnachten Kleinere Feiern in Bethlehem

Stand: 24.12.2017 20:14 Uhr

Die jüngsten Gewaltausbrüche in den Palästinensergebieten überschatten die Weihnachtsfeier in Bethlehem. Es kamen weniger Besucher, als in den vergangenen Jahren. Zudem wurden die Feierlichkeiten aus Protest gegen die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Trump verkleinert.

Am Geburtsort von Jesus Christus sind die Weihnachtsfeierlichkeiten kleiner ausgefallen als vor einem Jahr. Die jüngsten Gewaltausbrüche infolge der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA wirkten sich in Bethlehem auf die Stimmung aus.

Bürgermeister Anton Salman sagte, das Fest sei aus Verärgerung über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump verkleinert worden. "Wir entschieden, die Weihnachtsfeierlichkeiten auf die religiösen Rituale zu Begrenzen - als Ausdruck der Ablehnung und Verärgerung und der Sympathie für die Opfer, die bei den jüngsten Protesten fielen", sagte er. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir Menschen sind, die unsere Freiheit verdienen, dass wir unsere Unabhängigkeit verdienen, dass wir Jerusalem als unsere Hauptstadt verdienen."

Proteste gegen Jerusalem-Entscheidung

Hunderte Einheimische und Gäste aus dem Ausland versammelten sich auf einem zentralen Platz, während Dudelsackspieler an einem Weihnachtsbaum vorbeiliefen. Zu der Dekoration zählte auch ein Banner mit der Aufschrift "Jerusalem ist die ewige Hauptstadt von Palästina".

Insgesamt kamen weniger Menschen als in den vergangenen Jahren. Die Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften in den vergangenen Wochen und Tagen schreckten offenbar viele Besucher ab. Mehrere Länder hatten ihren Staatsbürgern zudem geraten, die palästinensischen Gebiete zu meiden. Am Sonntag gab es zunächst keine Gewalttätigkeiten.

Mitternachtsmesse in der Geburtskirche

Gewaltsame Auseinandersetzungen in Bethlehem zwei Tage vor Heilig Abend | Bildquelle: AFP
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In den Tagen vor Weihnachten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen in Bethlehem.ie Gebiete zu meiden.

Vatikanische Würdenträger überquerten einen israelischen Kontrollposten zwischen Jerusalem und dem Westjordanland, in dem Bethlehem liegt. In Bethlehem winkte Pierbattista Pizzaballa, das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, der Menge zu, schüttelte Hände und umarmte einige Menschen, während er zur Geburtskirche ging, wo er die Mitternachtsmesse abhalten wird.

Im Vorfeld hatte er eine neue Diskussion über Jerusalem gefordert. Die Politik sei bei dem Konflikt abwesend, es gebe keine konkreten Visionen und Perspektiven für die Region. Die Gewalt der vergangenen Tage müsse komplett aufhören.

Mit Informationen von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel-Aviv

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

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