Silvio Berlusconi

Urteil im "Ruby-Prozess" Sieben Jahre Haft für Berlusconi

Stand: 16.03.2019 16:17 Uhr

Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im "Ruby"-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn in erster Instanz zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter.

Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig, sollte eine der beiden Seiten Berufung einlegen. Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte das Urteil anfechten. In Italien wird ein Urteil erst in der dritten Instanz definitiv rechtskräftig.

Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre gefordert

Mit dem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte sechs Jahre Haft und ein Verbot öffentlicher Ämter für den 76-jährigen Berlusconi gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Die marokkanische Nachtclubtänzerin Karima El Mahroug
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Auch Karima El Mahroug, wie Ruby eigentlich heißt, hatte die Vorwürfe bestritten.

Das Gericht kam nun zu dem Schluss, dass Berlusconi bezahlten Sex mit der zur Tatzeit minderjährigen Nachtclubtänzerin Karima al-Mahrough alias Ruby Rubacuore hatte. Zudem befand es Berlusconi schuldig, 2010 sein Amt als Ministerpräsident missbraucht zu haben, um bei der Polizei die Freilassung der wegen Diebstahls festgenommenen Ruby zu erwirken. Berlusconi hatte sich selbst als unschuldig bezeichnet.

Zweiter Schuldspruch innerhalb kürzester Zeit

Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb kurzer Zeit. Er war erst im Mai wegen Steuerbetrugs in einem Verfahren um seinen Medienkonzern Mediaset in zweiter Instanz zur vier Jahren Haft verurteilt worden.

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