Stepanakert: Ein Krater nach dem Beschuss durch die aserbaidschanische Artillerie während des militärischen Konflikts in der selbsternannten Republik Berg-Karabach. | Bildquelle: dpa

Konflikt um Bergkarabach Vermittlung in Moskau

Stand: 09.10.2020 11:01 Uhr

Russland hatte im Konflikt um die schwer umkämpfte Kaukasus-Region Bergkarabach Vermittlung angeboten. In Moskau kommen heute die Außenminister Armeniens und Aserbaidschans zu Beratungen zusammen.

Im Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach kommen die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Einladung Russlands heute nach Moskau.

Die Regierungen in Jerewan und Baku hätten die Teilnahme ihrer Minister bestätigt, sagte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums, wie die Nachrichtenagentur RIA meldete. Aus Armenien wird Außenminister Zohrab Mnatsakanyan erwartet, aus Aserbaidschan sein Amtskollege Jeyhun Bayramow.

Aufrufe zu Waffenruhe

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Konfliktparteien zur Vereinbarung einer Waffenruhe aufgefordert und die Vermittlung seines Landes angeboten.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, es sei überaus wichtig, allen Beteiligten die Botschaft zu vermitteln, dass sie die Kämpfe sofort beenden müssten. Es müssten alle Anstrengungen unterstützt werden, die zu einer friedlichen Lösung führten. "Es gibt keine militärische Lösung."

Zahlreiche Opfer bei jüngsten Kämpfen

Der Konflikt um Bergkarabach schwelt seit Jahrzehnten. In den 1990er-Jahren wurden rund 30.000 Menschen getötet. Am 27. September waren zwischen Armenien und Aserbaidschan erneute schwere Kämpfe ausgebrochen, bei denen bereits zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Beide Länder hatten sich zuletzt gegenseitig Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen.

Die überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, hat sich aber losgesagt. Da Armenien von Russland und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt werden, droht der Konflikt im Südkaukasus zu eskalieren. Dort verlaufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines, durch die Aserbaidschan den Weltmarkt beliefert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Oktober 2020 um 10:00 Uhr.

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