Armenische Soldaten

Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien Die Waffenruhe in Berg-Karabach bröckelt

Stand: 12.07.2020 20:04 Uhr

Gestern einigten sich Aserbaidschan und Armenien auf einen Waffenstillstand, heute bröckelt er schon wieder. Nach Angaben des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums sei die Feuerpause in den vergangenen 24 Stunden 115 Mal nicht eingehalten worden.

Der Waffenstillstand in der umstrittenen Kaukasus-Region Berg-Karabach ist brüchig. Nach Angaben des aserbaidschanischen Verteidigungsministerium sei in den vergangenen 24 Stunden die Feuerpause 115 Mal nicht eingehalten worden. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria unter Berufung auf das Ministerium.

Die Separatisten der armenischen Exklave in Aserbaidschan erklärten dagegen, dass die Waffenruhe entlang der Kontaktlinie weitgehend eingehalten worden sei.

Nach tagelangen Kämpfen war der Waffenstillstand am Dienstag von den Generalstäben der armenischen und aserbaidschanischen Armee vereinbart worden. Bei den schwersten Kämpfen in der Region seit mehr als 20 Jahren waren seit vergangenem Freitag 64 Menschen getötet worden.

Deutschland versucht zu vermitteln

Bundeskanzlerin Merkel hat die beiden verfeindeten Staaten Armenien und Aserbaidschan zu einer friedlichen Lösung im Streit um die Region Berg-Karabach aufgefordert. Auf einem Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sargsjan in Berlin sagte sie, es sei "von großer Wichtigkeit, dass Konflikte möglichst gelöst werden". Deutschland wolle dabei "konstruktiv helfen". Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die sich um eine Vermittlung bemüht.

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin Armenien und Aserbaidschan aufgefordert, die Feuerpause einzuhalten. Nach getrennten Telefonaten Putins mit den Präsidenten beider Staaten erklärte der Kreml, Moskau setze sich für die Wiederaufnahme international moderierter Friedensgespräche ein. Auch die Vermittler der Minsk-Gruppe riefen die Konfliktparteien nach einem Treffen in Wien dazu auf, die vereinbarte Feuerpause zu beachten.

Berg-Karabach hatte sich in den 1990er-Jahren für unabhängig von Aserbaidschan erklärt. Die Region wird von Armenien kontrolliert, jedoch von beiden Seiten beansprucht. Trotz aller Vermittlungsbemühungen haben die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken seit dem Abschluss eines Waffenstillstands 1994 aber keinen Friedensvertrag geschlossen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. April 2016 um 14:00 Uhr.

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