Eine armenische Artilleriestellung in Martakert, Berg-Karabach

Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien Waffenruhe in Berg-Karabach vereinbart

Stand: 12.07.2020 20:04 Uhr

Im Konflikt um Berg-Karabach gilt ab sofort eine Waffenruhe: Darauf einigten sich Aserbaidschan und die Truppen der Kaukasusregion. Bei den Gefechten in den vergangenen Tagen wurden Dutzende Menschen getötet. Ob die Feuerpause tatsächlich hält, ist völlig unklar.

Nach tagelangen Gefechten mit Armenien um die Südkaukasusregion Berg-Karabach ist nach Angaben Aserbaidschans eine Waffenruhe in Kraft getreten. Das Verteidigungsministerium in Baku teilte mit, die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten ihre Kampfhandlungen wie vereinbart um 12.00 Uhr Ortszeit eingestellt. Auch die Truppen von Berg-Karabach erklärten, sie hielten die Feuerpause ein.

Dutzende Tote

An der Grenze der Kaukasusregion waren in den vergangenen Tagen Kämpfe aufgeflammt, in deren Verlauf Dutzende Menschen getötet wurden.

Der seit langem schwelende Konflikt zwischen Aserbaidschan und der abtrünnigen Region Berg-Karabach, die von Armenien unterstützt wird, war am Freitagabend eskaliert. Russland und der Westen riefen beide Konfliktparteien zur Deeskalation und zur Einstellung der Kämpfe auf.

Minsk-Gruppe fordert Einhaltung der Waffenruhe

In Wien traf sich die sogenannte Minsk-Gruppe, die sich für eine Lösung des Konflikts um die mehrheitlich armenische Region einsetzt. Sie forderte die Konfliktparteien auf, die am Dienstag vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Der Gruppe gehören Russland, die USA, Frankreich sowie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an.

Trotz aller Vermittlungsbemühungen haben Armenien und Aserbaidschan seit dem Abschluss eines Waffenstillstands 1994 aber keinen Friedensvertrag geschlossen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. April 2016 um 14:00 Uhr.

Darstellung: