Pride Parade in Belgrad im Jahr 2014 (Archivbild) | AP

Homosexuellen-Umzug unter Polizeischutz Belgrad erlaubt "Pride-Parade"

Stand: 28.09.2014 15:42 Uhr

Unter dem Schutz Tausender Polizisten samt Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen hat in der serbischen Hauptstadt Belgrad wieder ein Umzug von Homosexuellen stattfinden können. Nach vier Jahren Pause und Gewaltdrohungen von Rechtsextremisten und Fußballrowdys hatten die Behörden erst wenige Stunden vor Beginn der "Pride Parade" grünes Licht gegeben.

Pride Parade in Belgrad im Jahr 2014 (Archivbild) | AP

Erste "Pride Parade" im Jahr 2014: In Serbien kündigen Rechtsextreme und Fußball-Ultras immer wieder Gewalt gegen Homosexuelle an. Bild: AP

An dem nur ein paar hundert Meter lange Marsch nahmen schätzungsweise 1000 Lesben und Schwule im Zentrum Belgrads teil. Einige Minister der serbischen Regierung sowie zahlreiche Diplomaten wie der deutsche Botschafter Heinz Wilhelm schlossen sich dem Marsch an.

Die "Pride Parade" wurde von einem gewalttätigen Zwischenfall überschattet. Der Bruder des serbischen Regierungschefs Aleksandar Vucic, Andrej, wurde von Sonderpolizisten so sehr verprügelt, dass er ins Krankenhaus musste. Der Mann sei samt seiner Leibwächter mit den Polizisten aneinandergeraten, berichteten die Medien der serbischen Hauptstadt übereinstimmend. Wie schwer er verletzt wurde, war zunächst unbekannt. Sein Bruder Aleksandar rief noch am Nachmittag eine außerplanmäßige Pressekonferenz ein.

Als krank und abartig diffamiert

Die Homosexuellenparade wurde von der Orthodoxen Kirche heftig kritisiert. In dem Balkanland werden Homosexuelle traditionell als krank und abartig diffamiert. Brüssel hatte den EU-Kandidaten Serbien massiv gedrängt, den in den Vorjahren wegen Sicherheitsbedenken stets verbotenen Umzug zu erlauben.