Blick auf die Stadt Beirut nach der Explosion | Bildquelle: AFP

Explosionen in Beirut Desaster für ein gebrochenes Land

Stand: 05.08.2020 13:13 Uhr

Bis zu 300.000 Menschen droht nach den Explosionen in Beirut die Obdachlosigkeit. Internationale Hilfslieferungen sind unterwegs. Die Katastrophe trifft den Libanon in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit.

Nach der Explosion im Hafen von Beirut suchen die Helfer weiterhin nach Opfern in den Trümmern. Die Zahl der Toten dürfte weiter steigen. Mindestens 100 Menschen werden vermisst. "Es liegen noch immer viele Menschen unter den Trümmern", sagte ein Offizieller. Mehr als 4000 Menschen wurden verletzt, darunter auch Mitarbeiter der deutschen Botschaft.

Der Schock sitzt tief. Regierungschef Hassan Diab rief eine landesweite Trauer in Gedenken an die Opfer aus. Beirut wurde inzwischen zur "Katastrophen-Stadt" erklärt. Die Schäden betreffen nach Angaben der Behörden fast die halbe Stadt. Bis zu 300.000 Bewohner seien obdachlos geworden, sagte Gouverneur Marwan Abud. Die Höhe der Schäden schätzte er auf insgesamt drei bis fünf Milliarden Dollar.

Auch der Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Malte Gaier, sprach im Deutschlandfunk von "massiven strukturellen Schäden". Demnach wurde das staatliche Elektrizitätswerk komplett zerstört. Verwundete seien aufgrund des Ansturms auf Kliniken oft abgewiesen worden.

Viele Tote und Tausende Verletzte bei Explosionen in Beirut
tagesschau 15:00 Uhr, 05.08.2020, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Corona-Infektionen dramatisch gestiegen

Die Folgen für das Land, das in einer massiven wirtschaftlichen Krise steckt, sind kaum abzusehen. Laut der Hilfsorganisation World Vision bedeuten die Explosionen ein "Desaster für die Entwicklung des Libanon". Die Corona-Infektionen seien in den vergangenen Wochen dramatisch angestiegen und die Krankenhäuser an ihren Kapazitätsgrenzen. Die Katastrophe sei nun eines der "schwierigsten Ereignisse, mit denen das Land je zu kämpfen hatte", so das Hilfswerk.

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Explosionen in Beirut

Ein Drohnenbild zeigt den Explosionsort im Hafen vom Beirut.

Beirut am Tag danach: Ein Drohnenbild zeigt die Schäden in der Stadt. Die Gebäude in der Nähe des Explosionsortes im Hafen sind eingestürzt. Die Explosionen waren im gesamten Land zu hören. | Bildquelle: AP

Israel hilft

Die Solidarität ist groß. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Es gehe jetzt vor allem um kurzfristige humanitäre Hilfe, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Eine Gruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) soll noch im Laufe des Tages in den Libanon aufbrechen.

Auch Israel, das sich formell immer noch im Krieg mit dem Nachbarn befindet und keine Beziehungen zum Libanon pflegt, bot Unterstützung an: Über die internationalen Vermittler hätten Verteidigungsminister Benny Gantz und Außenminister Gabi Aschkenasi "medizinische und humanitäre sowie sofortige Nothilfe angeboten", hieß es. Zudem sollen die Farben der libanesischen Fahne das Rathaus der israelischen Küstenstadt Tel Aviv erleuchten.

Papst ruft zum Gebet auf

Tschechien schickt ein Team mit Suchhundeführern in das Land. Das Team ist auf die Bergung von Verschütteten spezialisiert. Auch aus den Niederlande reist ein Expertenteam mit Ärzten, Feuerwehrleuten und Polizisten an. Papst Franziskus rief zum Gebet und zur Hilfe für die Opfer und Angehörigen auf.

Und auch die Ermittlungen zur Ursache der Detonation gehen weiter. Möglicherweise wurde die Explosion durch eine sehr große Menge Ammoniumnitrat ausgelöst, die im Hafen gelagert worden war.

Schwere Explosion in Beirut
Björn Blaschke, ARD Kairo
05.08.2020 09:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2020 um 12:00 Uhr.

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