Boris Becker | Bildquelle: dpa

Affäre um Boris Becker Diplomatenpass soll Fälschung sein

Stand: 19.06.2018 20:40 Uhr

Mit einem Diplomatenpass aus Zentralafrika wollte Boris Becker das Insolvenzverfahren in London beenden - doch dieser Plan geht wohl nicht auf. Das Dokument soll gefälscht worden sein.

Die angebliche diplomatische Immunität von Boris Becker sorgt weiter für Diskussionen. Von der Regierung der Zentralafrikanischen Republik hieß es nun, Beckers Diplomatenpass sei nicht echt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

"Das Dokument ist eine Fälschung", sagte Chérubin Moroubama, der Büroleiter von Außenminister Charles Armel Doubane. Becker hatte versucht, in seinem Insolvenzverfahren diplomatische Immunität geltend zu machen - als Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik in der EU.

Boris Becker schüttelt die Hand des Zentralafrikanischen Präsidenten Faustin Archange Touadéra. | Bildquelle: AP
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Boris Becker und der Zentralafrikanische Präsident Faustin Archange Touadéra

Stelle unbekannt

Beckers Stellenbeschreibung gebe es aber nicht in den Regierungsdatenbanken, sagte Moroubama. Laut AFP ist der fragliche Ausweis auf den 19. März 2018 datiert. Die Seriennummer passt nach Angaben des Büroleiters zu Blankopässen, die 2014 gestohlenen worden seien. Außerdem seien die Unterschrift und der Stempel auf dem Dokument nicht die des Außenministers.

Der dreimalige Wimbledonsieger war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Beckers deutscher Anwalt Oliver Moser hatte vergangene Woche erklärt, sein Mandant mache diplomatische Immunität geltend und berufe sich auf seine Funktion als Sportsonderattaché für die Zentralafrikanische Republik.

Bereits am Dienstag hatte Außenminister Doubane aber gesagt, dass Becker kein offizieller Diplomat seines Landes sei. Auf der Website der Botschaft in Brüssel war Becker zunächst als Attaché bezeichnet worden. Später wurde der Eintrag gelöscht.

Becker selbst blieb bei seiner Darstellung. Es sei "aber nun eine Realität, es ist ein Fakt, dass ich heute Diplomat von Zentralafrika bin", sagte er in einem per Video veröffentlichten Interview vom "Top Magazin Frankfurt". Sein Posten als "Attaché für die Beschaffung von Mitteln für sportliche, kulturelle und humanitäre Angelegenheiten" habe nichts mit einem laufenden Insolvenzverfahren gegen ihn zu tun. Es sei "richtig, dass mein Diplomatenstatus einige Privilegien beinhaltet. Zum Beispiel Immunität bei den besonderen Fällen, das muss man prüfen, aber das ist für mich nicht vordergründig wichtig." Er persönlich habe vom Botschafter der Zentralafrikanischen Republik im April den "Pass" bekommen.

Boris Beckers Diplomatenpass eine Fälschung
Linda Staude, ARD Nairobi
19.06.2018 16:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell (BR Hörfunk) am 19. Juni 2018 um 16:06 Uhr.

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