Boris Becker | REUTERS

Einstweilige Verfügung Beckers Internet-Auktion gestoppt

Stand: 28.06.2018 11:54 Uhr

Im letzten Moment ist es Boris Becker offenbar gelungen: Er hat eine Zwangsversteigerung von Erinnerungsstücken aus Privatbesitz mit einer einstweiligen Verfügung gestoppt.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Eigentlich sollte die Online-Auktion heute zu Ende gehen. 81 Erinnerungsstücke an Boris Beckers Tennis-Karriere standen seit Tagen im Internet zur Versteigerung. Der Tennisschläger zum Beispiel, mit dem Becker 1988 in Dallas Stefan Edberg geschlagen hatte. Die ziemlich ramponierten, aber von Becker handsignierten Tennisschuhe, mit denen er 1996 die Australian Open gewonnen hatte.

Jens-Peter Marquardt ARD-Studio London
Tennisschläger von Boris Becker | WYLES HARDY CO HANDOUT/EPA-EFE/R

Der Tennisschläger sollte eigentlich versteigert werden. Bild: WYLES HARDY CO HANDOUT/EPA-EFE/R

Auch die Goldene Kamera von 1989 und das Bambi, mit dem er 1985 als Mann des Jahres geehrt wurde. Der Silberpokal aus Flushing Meadows, als er das einzige Mal die US Open holte, 1989, mit einem Sieg über Ivan Lendl. Becker hatte am Wochenende beklagt, dass es bei dieser Versteigerung nur darum gehe, ihm weh zu tun, weil er emotional an den Trophäen hänge.

Jetzt veröffentlichte er ein Schreiben seiner Anwälte, dass die Auktion per einstweiliger Verfügung gestoppt sei.

Besitzverhältnisse auf Mallorca ungeklärt

Das Insolvenzverfahren gegen ihn ist damit aber nach gut einem Jahr noch nicht zu Ende: Ein Londoner Gericht hatte zuvor dem Vermögensverwalter mehr Zeit eingeräumt, um Beckers Besitz zu liquidieren. Der Vermögensverwalter hatte in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem ARD-Studio London kritisiert, dass Becker nicht ausreichend kooperiere. Vor allem seien die Besitzverhältnisse seiner Finca auf Mallorca noch ungeklärt.

Tenniskleidung von Boris Becker, die derzeit bei einer Auktion in Großbritannien angeboten wird. | WYLES HARDY CO HANDOUT/EPA-EFE/R

Auch die Tenniskleidung sollte per Auktion verkauft werden. Bild: WYLES HARDY CO HANDOUT/EPA-EFE/R

Beckers Anwälte versuchen, das Insolvenzerfahren auch mit Hinweis auf seine diplomatische Immunität als Sportattaché der zentralafrikanischen Botschaft in Brüssel zu stoppen. Der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik hatte allerdings erklärt, Beckers Diplomatenpass sei eine Fälschung.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Juni 2018 um 17:33 Uhr.