Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in El Paso | Bildquelle: REUTERS

Nach Attacke bei Trump-Auftritt BBC fordert mehr Sicherheit für Journalisten

Stand: 13.02.2019 09:00 Uhr

Bei einem Auftritt von US-Präsident Trump ist ein Kameramann der BBC angegriffen worden. Der Sender fordert nun eine "komplette Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen". Kritik kommt auch vom britischen Außenminister.

Nach dem Angriff auf einen BBC-Kameramann während eines Wahlkampfauftritts von US-Präsident Donald Trump hat der britische Sender unzureichende Sicherheitsvorkehrungen für die Medienvertreter kritisiert. Der BBC-Büroleiter für Nordamerika, Paul Danahar, bat Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders um eine "komplette Überprüfung" der Sicherheitsmaßnahmen.

Der Kameramann Ron Skeans war am Montag im texanischen Grenzort El Paso von einem Trump-Anhänger während des Drehs heftig geschubst und beschimpft worden. Laut Danahar war der Zugang zum Medienbereich bei der Trump-Veranstaltung unbeaufsichtigt. Auch hätten keine Sicherheitsbeamten während oder nach der Attacke eingegriffen.

Danahar trat damit der Darstellung von Trumps Wahlkampfteam entgegen, welches das "rasche Eingreifen" der Sicherheitskräfte gelobt hatte. 

Angreifer brüllte Anti-Medien-Parolen

Der Angreifer trug eine Kappe mit dem Trump-Slogan "Make America Great Again" und brüllte Anti-Medien-Parolen, als er auf den BBC-Mann losging. Skeans blieb unverletzt. Der ebenfalls bei der Veranstaltung anwesende Washington-Korrespondent der BBC, Gary O'Donoghue, berichtete, der Trump-Fan habe versucht, die BBC-Kamera zu zertrümmern. 

Der Verein der Korrespondenten, die über das Weiße Haus berichten, verurteilte den Angriff. Der Präsident sollte seinen Unterstützern "absolut klar machen, dass Gewalt gegen Reporter inakzeptabel ist", erklärte der Vorsitzende Olivier Knox.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt sagte dem Sender Sky News: "Es ist niemals akzeptabel, wenn Journalisten und Kameramänner dafür angegriffen werden, dass sie einfach nur ihren Job machen".

Trumps Sprecherin Sanders erklärte, der Präsident verurteile "jeglichen Einsatz von Gewalt gegen Individuen oder Gruppen - so auch gegen Vertreter der Presse". Wer an solchen Veranstaltungen teilnehme, solle sich "friedlich und respektvoll" verhalten. Für die Sicherheitsmaßnahmen bei Trumps Wahlkampfauftritten sei aber dessen Kampagnenteam zuständig. 

Trump: "Journalisten sind die Feinde des Volkes"

Journalisten werden bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen regelmäßig ausgebuht und beschimpft - befeuert durch die Medienschelte des Präsidenten, der Journalisten als "Feinde des Volkes" verunglimpft.

Journalistenverbände mahnen seit langem, Trumps aggressive Rhetorik gegenüber Medien sei gefährlich und stachele zu Attacken auf Reporter an. Im vergangenen Oktober hatte Trump einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt und sich damit heftige Kritik eingehandelt.

Auch in El Paso zog Trump wieder über die Medien her. Nach dem Angriff auf Skeane unterbrach der Präsident kurz seine Rede, zeigte auf den Medienbereich und fragte: "Alles klar bei Ihnen? Alles ok?" Zuvor hatte der Präsident jedoch heftig über die "fake news", die "unehrlichen Medien" geschimpft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2019 um 09:00 Uhr.

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