Eine Frau geht durch den Sand am Strand von Norderney | Bildquelle: dpa

Bericht der UN Sand wird knapp - und das hat Folgen

Stand: 07.05.2019 12:47 Uhr

Der weltweite Bauboom hat die Nachfrage nach Sand und Kies in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdreifacht. Der Umweltschaden, der dadurch entsteht, ist laut Vereinten Nationen groß.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Vierzig bis fünfzig Milliarden Tonnen Sand und Kies werden jedes Jahr weltweit abgebaut und verbaut. Damit ist dieser Rohstoff - gemessen am Volumen - nach Wasser die zweitgrößte geförderte und gehandelte Ressource überhaupt. Darauf verweist das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in einem jetzt in Genf vorgestellten Bericht.

Das Problem: Weil sich die Lebensgewohnheiten änderten, die Weltbevölkerung wachse und immer mehr Menschen in Städten wohnten, werde immer mehr gebaut. Und das mit Sand und Kies. Entsprechend nimmt deren Bedarf zu - Schätzungen zu Folge jährlich um mehr als fünf Prozent.

Kampf gegen illegalen Abbau

Der übermäßige Abbau von Sand habe schwerwiegende Folgen für die Umwelt, heißt es von UNEP. "Wir verarbeiten den Sand schneller, als wir ihn verantwortungsbewusst abbauen können", warnt die stellvertretende Exekutivdirektorin der UN-Organisation, Joyce Msuya. Laut dem Bericht führt die Gewinnung von Sand und Kies entlang von Küsten und Flusslandschaften vermehrt zu Auswaschungen und Überschwemmungen. Das wirke sich negativ auf Ökosysteme aus, etwa auf die Bestände von Krebsen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen empfiehlt daher grenzüberschreitend einheitliche Regelungen im Kampf gegen unverantwortlichen und illegalen Abbau und ein Engagement hin zu mehr Nachhaltigkeit. Mit dem nun veröffentlichten Bericht soll eine internationale Diskussion über den Umgang mit der wichtigen Ressource Sand angestoßen werden.

Bauboom steigert Nachfrage nach Sand? UNO sieht Gefahr für die Umwelt
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
07.05.2019 12:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Mai 2019 um 13:14 Uhr.

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