Kreditkarten unterschiedlicher Anbieter

Bargeldloses Zahlen Schweden swisht

Stand: 11.04.2016 15:44 Uhr

Wie bargeldlos ist unsere Zukunft? Darüber diskutieren Führungskräfte aus Banken, Finanzsektor und Einzelhandel in der Konferenz "Future of Cash" in Paris. In Schweden wird schon heute fast ausschließlich ohne Bargeld bezahlt. Die Deutschen tun sich damit sehr viel schwerer.

Ob Großeinkauf, ein Eis oder die Kollekte in der Kirche - fast alles wird in Schweden mittlerweile ohne Bargeld bezahlt. In Stockholm gibt es daher schon eine Reihe von Geschäften und Restaurants, die gar kein Bargeld mehr annehmen, berichtet ARD-Korrespondent Clas Oliver Richter.

Und selbst die Kreditkarte ist bei den Skandinaviern schon längst wieder überholt. Mittlerweile "swisht" man. "Swish" ist ein gemeinsamer Online-Bezahldienst der großen schwedischen Banken, mit dem man via SMS von seinem Handy Bargeld überweisen kann.

Datenschutz-Bedenken haben die wenigsten

"Die Menschen in Schweden sind technischen Innovationen sehr aufgeschlossenen. Datenschutz-Bedenken haben die wenigsten, was auch damit zu tun hat, dass die Transparenz in Schweden eine ganz andere ist", berichtet Richter. "In Schweden kann man jederzeit herausbekommen, was der Nachbar so verdient."

Auch die Regierung habe ein großes Interesse, die Herkunft des Geldes nachvollziehen zu können, sagt Richter: "Stichwort Schwarzarbeit: Bei Schwarzarbeit die bar bezahlt wird, ist es sehr viel schwerer, die Geldflüsse nachzuvollziehen, als wenn das Geld von einem Konto via Karte auf das andere überwiesen wird."

Die deutschen Banken sind noch nicht so weit

Die Deutschen sind da lange noch nicht so weit, sagt ARD-Korrespondent Jan-Peter Bartels in Frankfurt. "Das liegt auch daran, dass es in Schweden für den Verbraucher sehr viel leichter ist, bargeldlos zu bezahlen. Im Gegensatz zum erfolgreichen Online-Bezahldienst 'Swish' haben es die deutschen Banken bislang nicht geschafft, eine gemeinsame App auf den Markt zu bringen."

Vor allem aber sind sind die Deutschen gegenüber dem bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht sehr freundlich gestimmt. "Mehr als 80 Prozent der Zahlungen werden immer noch mit Bargeld abgewickelt und drei-Viertel der Deutschen sagen: Mein Bargeld möchte ich behalten", erläutert Bartels. "Um den bargeldlosen Zahlungsverkehr auf den Weg zu bringen, müssten die Deutschen dem Bezahlen ohne Bares auch mehr Vertrauen gegenüber bringen. Sie haben Angst um die Sicherheit ihrer Daten."

Angst um das Verschwinden des Bargeldes muss sich in Deutschland jedenfalls keiner machen. "Wenn man den Experten der Deutschen Bundesbank vertraut, nimmt Bargeld an Bedeutung ab, wir werden aber weiter damit zahlen."

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