Der Fischtrawler Onega liegt im Oktober im Hafen vonArkhangelsk in Russland. | AP

Unglück in der Barentssee Fischtrawler gesunken - 17 Vermisste

Stand: 28.12.2020 13:15 Uhr

In der Barentssee werden nach einem Schiffsuntergang 17 russische Seeleute vermisst. Bei eisigen Temperaturen ist ihre Überlebenschance gering. Zwei gerettete Besatzungsmitglieder berichten von Sturm und einer fatalen Welle.

In der Barentssee ist ein russischer Fischtrawler gesunken. 17 Besatzungsmitglieder werden vermisst. Wegen des eisigen und stürmischen Winterwetters gibt es nach Behördenangaben kaum Hoffnung, die Menschen lebend zu finden. Mehrere Boote wurden zur Unglücksstelle geschickt, um nach den Vermissten zu suchen.

Nach Angaben der Nachrichtenagenturen Tass und Interfax hatte die Besatzung der "Onega" inmitten eines Sturms und trotz Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius ihre Netze ausgeworfen. Als sie den Fang einholen wollte, sei das vereiste Schiff gesunken.

Zwei Besatzungsmitglieder wurden von einem anderen Schiff gerettet. "Die Leute wurden buchstäblich vom Deck ins Meer gespült", zitiert die Nachrichtenagentur Interfax einen der Geretteten.

Die beiden geretteten Seeleute trugen spezielle Rettungsanzüge. Sie sollen nach Interfax-Informationen Erfrierungen erlitten haben, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden sein. Die übrigen Seeleute sollen keine Zeit mehr gehabt haben, ihre Rettungsausrüstung anzulegen.

Die Karte zeigt die Barentssee mit dem russischen Murmansk und dem norwegischen Kirkenes

Schiffsbesatzung setzte Notsignal ab

Das Wetter in der Region etwa 300 Kilometer vor Murmansk ist stürmisch. Eine Rettung aus der Luft ist den Behörden zufolge deshalb nicht möglich. Die Temperaturen liegen bei rund minus 20 Grad Celsius.

Dem russischen Zivilschutzministerium zufolge war das Schiff vereist. Dies könnte dazu beigetragen haben, dass es kenterte und unterging. Eis an Deck macht ein Schiff schwerer und kann zur ernsten Gefahr werden. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein. Sie prüfen, ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden.

Die Besatzung des 1979 zugelassenen Schiffs habe ein Notsignal abgegeben, hieß es von offizieller Seite. Nach Informationen des "Barents Observer" lebten 16 der 19 Besatzungsmitglieder in Murmansk. Dies sei auch der Heimathafen der "Onega", die seit dem 14. Dezember auf See war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2020 um 17.00 Uhr sowie B5 aktuell am 28. Dezember 2020 um 13:07 Uhr.