Scharfe Kritik an Ex-Chefstrategen

Trump zu Bannon: "Verstand verloren"

Stand: 04.01.2018 07:27 Uhr

Zwischen Donald Trump und Steve Bannon passte lange Zeit kein Blatt. Doch nun wirft der US-Präsident seinem ehemaligen Chefstrategen sogar vor, den Verstand verloren zu haben. Warum und was war der Auslöser?

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Lange Zeit galt Steve Bannon, der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump als rechtspopulistischer Vordenker. Auch nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus telefonierten Trump und Bannon regelmäßig. Doch nach heftiger Kritik Bannons an Trumps Sohn hat sich der US-Präsident nun mit deutlichen Worten von Bannon distanziert.

Den Bruch mit seinem früheren Chefstrategen gab Trump nicht über Twitter bekannt, sondern ganz offiziell über die Pressestelle des Weißen Hauses. Dadurch bekamen die ohnehin deutlichen Worte Trumps noch mehr Gewicht: "Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun", betont Trump. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand." Mit seinem historischen Wahlsieg habe Bannon nichts zu tun.

"Verrat, unpatriotisch und übler Mist" - Bannon über Donald Trump Jr.

Aufsehen nach Äußerungen zu Russland-Kontakten

Zuvor hatten kritische Äußerungen Bannons über die Russland-Kontakte von Trumps Sohn Don Junior und Schwiegersohn Jared Kushner für erhebliches Aufsehen gesorgt. Bannon warf Don Junior vor, das Treffen mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf sei "Verrat, unpatriotisch und übler Mist" gewesen. Sonderermittler Robert Mueller werde Don Junior "wie ein Ei knacken".

Auch die Millionen-Kredite der Deutschen Bank für Trumps Schwiegersohn Jared Kushner seien Teil der Ermittlungen, so Bannon. Die Finanzgeschäfte Kushners seien "schmierig". Bannons Äußerungen stammen aus einem Buch des Autors Michael Wolff, das in der kommenden Woche erscheint. Der britische "Guardian" veröffentlichte Vorab-Auszüge.

In seinem Statement verurteilte der US-Präsident Bannons Durchstechereien an die Medien. Bannon habe seine Zeit im Weißen Haus mit dem Leaken falscher Informationen an die Medien verbracht, um - so Trump wörtlich - "sich damit wichtiger zu machen als er tatsächlich war". Dies sei das Einzige, was sein früherer Chefstratege wirklich gut könne.

Trumps Anwalt drohte Bannon mit juristischen Konsequenzen. Dessen Äußerungen seien abfällig und teils diffamierend, sagte Charles Harder. Er habe Bannon einen Brief geschrieben und ihm darin vorgeworfen, gegen Absprachen zur Diskretion verstoßen zu haben. Bannon sei aufgefordert worden, von weiteren Offenlegungen Abstand zu nehmen.

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Trump bricht mit Bannon
M. Ganslmeier, ARD Washington
03.01.2018 21:24 Uhr