Demonstrantin in Dhaka | Bildquelle: dpa

Proteste in Dhaka Zusammenstöße in Bangladesch

Stand: 06.08.2018 08:39 Uhr

Seit Tagen protestieren Schüler und Studenten in der Hauptstadt Dhaka gegen die Zustände im Straßenverkehr von Bangladesch. Am Wochenende kam es nun zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die Proteste für mehr Sicherheit auf Bangladeschs Straßen gehen weiter. Auch am Wochenende protestierten wieder Tausende junge Demonstranten gegen die Zustände im Verkehr. Die Polizei in der Hauptstadt Dhaka feuerte Tränengas auf die protestierenden Schüler und Studenten ab.

Die Studenten sagen, Vertreter der Regierungspartei hätten angefangen, den friedlichen Protest mit Schlagstöcken aufzumischen. Tatsächlich sind vermummte Männer mit Metallstangen oder Macheten auf den Straßen unterwegs und verprügeln die Demonstranten. Sicherheitsbeamte sagen, es gebe eine, wie sie es nennen, "dritte Kraft", die sich unter die Studenten mischen würde, um den Protest für eigene Zwecke zu nutzen. Diese Schlägertrupps machen auch vor Journalisten, Fotografen und Kameraleuten nicht halt. Mehrere Hundert Menschen wurden verletzt.

Polizisten in Dhaka | Bildquelle: dpa
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Polizisten in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka.

12.000 Verkehrstote im Jahr

Auslöser der Proteste war in der vergangenen Woche der Tod zweier Jugendlicher. Sie wurden von einem rasenden Bus erfasst und kamen ums Leben. Die Regierung von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina beobachtet die Demonstrationen mit Nervosität. Im Dezember stehen in Bangladesch Parlamentswahlen an. Die Regierungspartei beschuldigt die Opposition, die Empörung für ihre Zwecke zu nutzen. Sie ließ vorübergehend alle Mobilfunknetze abschalten.

Hasina hat sich aber auch an die Demonstranten gewandt. Sie sagte eine Verbesserung der Straßensicherheit zu. Die Straßen von Dhaka gelten als chaotisch. Nicht lizensierte Fahrer, unregistrierte Fahrzeuge und rasende Busse sind dort normal. Es gibt häufig keine Verkehrskontrollen. Mindestens 12.000 Menschen sterben jedes Jahr bei Verkehrsunfällen in Bangladesch.

Die Demonstranten wollen diese Zustände nicht länger hinnehmen. Am Wochenende kontrollierten sie eigenmächtig Tausende Fahrzeuge, verlangten Nachweise über Registrierung und Zulassung. Weitere Proteste sind angekündigt. Der Innenminister warnte allerdings, die Demonstranten sollten den Bogen nicht überspannen. Eine Woche sei genug, die Regierung müsste sonst zu drastischeren Maßnahmen greifen.

Mit Informationen von Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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