Arbeiter stehen vor einer brennenden Fabrik in Bangladesh. | EPA

Nach Brandunglück in Bangladesch Verdacht auf Kinderarbeit in Fabrik

Stand: 10.07.2021 13:05 Uhr

Mindestens 52 Menschen kamen bei dem Fabrik-Brand in Bangladesch ums Leben. Unter den Toten sind auch Kinder, die illegal dort gearbeitet haben sollen. Sieben Menschen wurden festgenommen - darunter der Firmenbesitzer.

Von Peter Hornung, ARD-Studio Neu-Delhi

Die Jüngsten waren offenbar erst zwölf Jahre alt. In ihren Papieren hätten sie angegeben, dass sie 18 seien, sagte ein Sprecher des Unternehmens, das Fruchtsäfte und Limonaden herstellt. Die Kinder hätten als Aushilfen in der Lebensmittelfabrik nahe Dhaka gearbeitet, weil ihre Familien wegen der Corona-Pandemie in Not geraten waren.

Peter Hornung ARD-Studio Neu-Delhi

Kinder absichtlich eingesperrt?

Anwohner hätten angegeben, dass der Vorarbeiter der Fabrik die Kinder absichtlich eingesperrt habe, "damit sie sich nicht schlecht benehmen", berichtet die Zeitung "Dhaka Tribune". Das Arbeitsministerium von Bangladesch kündigte an, gegen das Unternehmen vorzugehen, sollte sich der Verdacht der Kinderarbeit bestätigen.

Die Polizei nahm unterdessen den Firmenbesitzer fest. Er stehe unter Mordverdacht, teilte die Polizei mit. Zudem seien Ermittlungen wegen des Verdachts auf Kinderarbeit in der Fabrik in der Industriestadt Rupganj eingeleitet worden. Insgesamt habe es sieben Festnahmen im Zusammenhang mit dem Brand gegeben, erklärte die Polizei.

Mindestens 52 Tote und Dutzende Vermisste

Die Zahl der Toten wird weiterhin mit 52 angegeben, die der Vermissten inzwischen mit 35. Insgesamt seien bei Ausbruch des Brandes bis zu 200 Menschen in dem Gebäude gewesen.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Brand dadurch beschleunigt, dass auf jedem Stockwerk große Mengen Öl, Butter und Plastik gelagert wurden. Zur Ermittlung der Brandursache wurde nun eine Untersuchungskommission eingesetzt.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 10. Juli 2021 um 10:40 Uhr und 13:06 Uhr.