Shinkansen

Shinkansen in Japan Keine 18 Grad mehr - aber immer kühl

Stand: 16.07.2010 14:52 Uhr

Der Shinkansen ist zwar schon mal zu 200 Prozent ausgebucht, schwitzen muss man dort aber nie. Früher kühlte man , Japans Vorzeigezug sogar auf 18 Grad - das hat man aus Energiespargründen aufgegeben. Und selbst in der S-Bahn ist es praktisch immer kühl.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Alle sieben oder acht Minuten verlässt in der Stoßzeit ein Shinkansen Tokio Richtung Kyoto/Osaka. Das ganze Land ist durchzogen von einem Schienennetz für diese superschnellen Züge. Sie waren der Inbegriff von Japans wirtschaftlichem Wiederaufstieg und sind noch immer ein Beispiel für die ausgereifte und vor allem verlässliche Technik. Denn es gibt kaum Pannen - schon gar nicht mit der Klimaanlage. Temperaturen im Sommer von über 35 sind in Japan keine Seltenheit und so gehört die aircon, die Klimaanlage zu den Standards in Häusern, Autos und Zügen.

Shinkansen

Pannen beim Vorzeigeobjekt? In Japan kein Thema.

Aus Energiespargründen keine 18 Grad mehr

Noch ist Regenzeit in Japan und es ist bei 30 Grad drückend schwül - aber nur solange man sich draußen aufhält. Wer in den Shinkansen eingestiegen ist, braucht sein Sakko nicht auszuziehen. Die Temperaturen werden aus Energiespargründen zwar nicht mehr auf 18 Grad herunter gekühlt, aber es ist noch immer angenehm frisch in den Zügen, deren Sitzplätze man noch bis kurz vor der Abfahrt reservieren kann. Nur zu den Hauptreisezeiten sind die Züge manchmal bis zu 200 Prozent besetzt, aber dann wird eben die Klimaanlage etwas aufgedreht.

Das gilt übrigens auch für die U- und S-Bahnen in Tokio. Wer morgens mit der Masse ins Zentrum fährt, der kann nur hoffen, nicht direkt unter dem kalten Luftstrom zum Stehen zu kommen. Wer zu anderen Zeiten unterwegs ist, der hat wie viele Frauen in Tokio vorsichtshalber einen leichten Schal dabei, den man sich in der Kühle des Zuges um die Schultern legen kann.