Einsatzkräfte auf den Bahamas, die durch den Hurrikan "Dorian" verwüstet wurden, tragen eine Bare mit einem Todesopfer. | Bildquelle: REUTERS

Nach Hurrikan "Dorian" Deutsche Soldaten helfen auf den Bahamas

Stand: 12.09.2019 10:50 Uhr

Auf den Bahamas sind mehr als 60 deutsche Marinesoldaten eingetroffen, um sich am Hilfseinsatz zu beteiligen. Die Lage auf den Inseln bleibt dramatisch. Noch immer werden Tausende Menschen vermisst.

Vor mehr als einer Woche hatte der Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas schwere Verwüstungen hinterlassen. Die EU sagte Hilfe hinzu - finanziell und durch Unterstützung vor Ort. Nun sind Soldaten aus Deutschland und den Niederlanden auf den Inseln eingetroffen, um bei den Bergungs- und Aufräumarbeiten zu helfen.

Von der deutschen Marine beteiligen sich 66 Soldaten an dem Einsatz, der nach Angaben des Verteidigungsministeriums bis mindestens bis zum 18. September dauern soll. Die Soldaten erreichten die Bahamas am Mittwoch an Bord des niederländischen Hubschrauberträgers "Johan de Witt".

Noch immer werden 2500 Menschen vermisst

Die Lage auf den Bahamas ist weiterhin dramatisch. Noch immer gelten 2500 Menschen offiziell als vermisst. Laut der staatlichen Katastrophenbehörde wurden die Namen der Vermissten aber noch nicht mit den Menschen abgeglichen, die auf andere Inseln oder in Notunterkünfte gebracht wurden. So seien allein 5500 Bewohner aus den verwüsteten Gebieten im Norden der Bahamas auf die bevölkerungsreichste Insel New Providence gebracht worden.

Eine Gruppe von mehr als 100 Einwohnern sollte am Wochenende per Schiff in die USA gebracht werden. Allerdings mussten die 119 Menschen die Fähre nach Florida wegen fehlender US-Visa in der bahamaischen Stadt Freeport wieder verlassen. Dabei dürfen Bürger der Bahamas eigentlich ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie einen Reisepass und ein polizeiliches Führungszeugnis vorzeigen. Freeport, die größte Stadt der Insel Grand Bahama, liegt nur etwa 90 Kilometer von der Küste Floridas entfernt.

US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, jeder müsse absolut korrekte Ausweispapiere haben. Er wolle keine Personen ins Land lassen, die sich illegal auf den Bahamas aufhielten - darunter seien "sehr schlechte Menschen".

Bergungsteams kommen nur langsam voran

Der Hurrikan "Dorian" hatte fast drei Tage lang auf den Bahamas gewütet. Er gilt als der stärkste Sturm seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnung, der die Inseln getroffen hat. Die schwersten Schäden richtete er auf den Abaco-Inseln an.

Bislang bestätigte die Regierung 50 Todesopfer. Doch noch immer kommen Rettungskräfte in vielen Gebieten nur schwer voran. Der Gesundheitsminister der Bahamas, Duane Sands, warnte, dass die endgültige Zahl der Toten "überwältigend" sein werde.

Hurrikan Dorian - 2500 Vermisste auf den Bahamas
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
12.09.2019 06:40 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2019 um 22:00 Uhr.

Darstellung: