Nick Ayers | Bildquelle: AP

Stabschef im Weißen Haus Trumps Favorit sagt ab

Stand: 10.12.2018 07:31 Uhr

US-Präsident Trump muss weiter nach einem neuen Stabschef suchen: Der 36-jährige Wunschkandidat Nick Ayers will das Amt nicht übernehmen. Welche "wirklich großartigen" Kandidaten hat Trump in der Hinterhand?

Nick Ayers wird nicht neuer Stabschef im Weißen Haus. Der Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump lehnte den Posten ab.

Ayers dankt und sagt ab

In einer Twitter-Botschaft kündigte der bisherige Stabschef von Vize-Präsident Mike Pence an, seine Arbeit im Weißen Haus nur noch bis Ende des Jahres fortführen zu wollen. Die Nachricht war versehen mit dem Hashtag "Georgia". Dem 36-Jährigen werden politische Ambitionen in dem US-Bundesstaat nachgesagt.

Ayers dankte Trump und Pence für die "Ehre", dem Land gedient haben zu dürfen, und erklärte, künftig mit Trumps Wahlkampfteam zusammenarbeiten zu wollen. Die "Washington Post" berichtete, Ayers sei wegen der schwierigen Erfahrungen von Kelly und dessen Vorgänger Reince Priebus "skeptisch" gewesen, was den Posten des Stabschefs angehe.

Trump soll versucht haben, Ayers für zwei Jahre zu verpflichten, was dieser aber aus familiären Gründen ablehnte. Ayers habe das Amt allenfalls interimsmäßig bis Frühling 2019 übernehmen wollen.

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Trump: Gespräche mit "großartigem Kandidaten"

Der US-Präsident schrieb kurz nach der Absage von Ayers bei Twitter, er führe derzeit Gespräche mit mehreren "wirklich großartigen" Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Stabschefs John Kelly.

Als potenzielle Kandidaten für das Amt des Stabschefs gelten laut "Washington Post" unter anderem der erzkonservative Abgeordnete Mark Meadows und Trumps Haushaltsdirektor Mick Mulvaney. Auch der bisherige Finanzminister Steven Mnuchin wird genannt.

Mark Meadows | Bildquelle: AFP
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Der erzkonservative Abgeordnete Mark Meadows gilt als möglicher Kandidat.

Trumps bisherige Stabschefs hatten im Weißen Haus einen schweren Stand. Kelly hatte den Job in der Machtzentrale in Washington Ende Juli 2017 vom glücklosen Priebus übernommen. Der Vier-Sterne-General sollte Disziplin in das von Chaos und Intrigen geplagte Weiße Haus bringen. Doch Trumps anfängliche Bewunderung für Kelly kühlte sich bald deutlich ab. Zuletzt sollen die beiden laut US-Medienberichten kaum mehr miteinander gesprochen haben. Trump hat in seiner bald zweijährigen Amtszeit schon zahlreiche ranghohe Mitarbeiter entlassen. Andere gaben ihre Posten selbst auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2018 um 05:20 Uhr.

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