Ein  Tesla Model X fährt in die Teströhre des Loops, die unter Los Angeles verläuft. | Bildquelle: AFP

Erster Test für Loop-Konzept Von der Straße in die Tunnelröhre

Stand: 19.12.2018 10:00 Uhr

Elon Musk will den Verkehr unter die Erde holen: In Zukunft sollen Elektroautos durch Tunnel unter Metropolen durchrauschen. Die erste Testfahrt verlief jedoch holprig.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Tesla-Chef Elon Musk hat sein unterirdisches Transportsystem Loop vorgestellt: Ein Testtunnel, in dem autonome Wagen bis zu 240 Kilometer pro Stunde schnell fahren können. Ein anderes Transportkonzept der von Musk gegründeten "Boring Company" namens Hyperloop ist für lange Strecken gedacht.

Das Verkehrschaos als "Vorstufe zur Hölle"

Vor fast genau zwei Jahren hatte Musk zum ersten Mal darüber getwittert. Das Verkehrschaos mache ihn verrückt, er wolle jetzt einen Tunnel bohren, um die verstopften Straßen zu umgehen. Besonders schlimm finde er die Staus in Los Angeles mit seinen vier Millionen Einwohnern.

"Der Verkehr zerstört unsere Seele - das ist ätzend, es ist schrecklich. Ich habe hier 16 Jahre lang gelebt und der Verkehr hat sich von der siebten zur achten Vorstufe zur Hölle entwickelt. Glücklicherweise gibt es jetzt etwas, das unser verdammtes Verkehrsproblem löst."

"So sanft wie auf Glas" fahren

Entstanden ist eine Teströhre. Sie ist gut 3,2 Kilometer lang und verläuft unter dem Gelände von Musks Raketenfirma Space X im Stadtteil Hawthorne in Los Angeles. Die Röhre ist gerade so breit, dass ein normales Auto in sie hineinpasst. Der Wagen muss allerdings drei Voraussetzungen erfüllen: Er muss elektrisch angetrieben und autonom fahren können und benötigt an der Vorderachse Führungsräder, damit er genau die Spur halten kann.

"Im Moment ist die Fahrt noch etwas holprig, vor allem in den Kurven. Wir verbessern noch die Auflage und die Fahrt wird dann so sanft wie auf Glas sein. Wir sind mit rund 180 Kilometern pro Stunde durch den Tunnel gefahren, aber das ist im Augenblick noch etwas unheimlich," beschreibt Musk die Fahrt durch den Loop.

Bis zu 240 km/h sollen möglich werden

Wenn der Belag im Tunnel ausgebessert ist, soll mit Elektroautos eine Geschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde möglich sein. Damit man mit seinem Auto in die Tiefe kommt, stellte Musk auch einen Aufzug vor, mit dem Fahrzeuge von der Erdoberfläche bis zur Transportröhre gebracht werden können. Musks Idee: Städte wie Los Angeles mit dutzenden, nebeneinander verlaufenden Röhren zu unterhöhlen. Autonom fahrende Autos könnten dann im Abstand von einer Sekunde durch die Tunnel rauschen.

Die Bohrarbeiten in Los Angeles hätten fast zwei Jahre gedauert, sagte Musk: "Hier im Boden gibt es Gas und Öl, man findet hier einen sandigen und steinigen Untergrund. Man muss sich gefühlt mit einer Million Behörden herumschlagen. Wenn man hier einen Tunnel gräbt, kann man das überall schaffen."

Elon Musk steht vor der ersten Teströhre seines Loop-Konzeptes. | Bildquelle: ROBYN BECK/POOL/EPA-EFE/REX
galerie

Elon Musks Zukunftsbild: Im Sekundentakt sollen Elektroautos künftig durch den Loop fahren.

Auch in Chicago soll Tunnel gebohrt werden

Musks Firma "Boring Company" hat bereits zwei konkrete Projekte in Planung, für die gerade ein Umweltverträglichkeitstest läuft: In Los Angeles soll ein Anschluss an das U-Bahnnetz geschaffen werden, der dann Baseball-Fans von einer von drei U-Bahn Stationen zum Dodgers Stadion bringen soll.

Ein weiterer Tunnel könnte in Chicago entstehen. Hier ist eine Röhre geplant, die die Innenstadt mit dem O'Hare Flughafen verbinden soll. Musk betonte allerdings, dass sich das jetzige Loop-Konzept vom sogenannten Hyperloop unterscheidet. Beim Hyperloop befördere man eine Kapsel in einem luftleeren Raum. Das sei aber noch Zukunftsmusik.

Musk präsentiert unterirdisches Transportsystem LOOP
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
19.12.2018 06:54 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Dezember 2018 um 11:38 Uhr.

Darstellung: