Buschbrände in Australien Tausende in Tasmanien auf der Flucht

Stand: 05.01.2013 18:13 Uhr

Große Hitze hat weite Teile von Australien erfasst. Im Bundesstaat Victoria starb eine 31-jährige Deutsche infolge der hohen Temperaturen. Sie brach auf einem abgelegenen Pfad zusammen und erlitt einen Herzstillstand.

Auf Tasmanien wurde einer der heißesten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnung verzeichnet. Auf der Insel wüten zahlreiche Buschbrände, die etliche Häuser zerstört haben. Viele Menschen sind vor den Flammen auf der Flucht.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Weit über 100 Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude wurden im australischen Bundesstaat Tasmanien durch Wald- und Buschbrände zerstört. Allein in der am stärksten betroffenen Region um Dunalley an der Ostküste der Insel sind nach Informationen des australischen Fernsehens 80 Häuser niedergebrannt, unter anderem auch eine Schule, eine Polizeistation und eine Tankstelle.

Insgesamt wüten offenbar mehr als 30 Brände, die sich wegen des starken Windes mit großer Geschwindigkeit ausbreiten. Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Es sei bereits eine Fläche von mehr als 2500 Hektar abgebrannt. Tausende Menschen haben sich vor den Flammen in Sicherheit gebracht, darunter auch viele Touristen.

Über dem Strand von Forcett auf Tasmanien hängen dichte Rauchwolken.
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Bedrohte Idylle: Über dem Strand von Forcett hängen dichte Rauchwolken.

Von Buschfeuer zerstörte Häuser in Dunalley, Tasmanien.
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Bis zum Ufer wurden in Dunalley (Tasmanien) Häuser zerstört.

Hunderte Menschen sind an den Stränden von Tasmanien durch die Flammen abgeschnitten. Rettungskräfte versuchen, sie mit Booten von dort in Sicherheit zu bringen. Wegen der starken Rauchentwicklung bestehe für sie ernsthafte Gefahr, sagte der Chef der Feuerwehr in Tasmanien, John Holloway, im australischen Rundfunk. Starke Winde fachten die Brände immer wieder an, deshalb sei es schwer, sie unter Kontrolle zu halten.

Eine extreme Hitze mit Rekordtemperaturen von über 50 Grad Celsius, zusammen mit starken Winden und einer seit langem anhaltenden Trockenheit, haben in den vergangenen Tagen die Wald- und Buschbrandgefahr im ganzen Süden Australiens verstärkt. Außer in Tasmanien gibt es auch in den beiden benachbarten Bundesstaaten Victoria und Südaustralien vereinzelt Brände.

Um diese Jahreszeit, während des australischen Sommers, sind Wald- und Buschbrände in der Region keine Seltenheit. Vor knapp vier Jahren kamen bei einer Brandkatastrophe in der Nähe von Melbourne im Bundesstaat Victoria rund 200 Menschen ums Leben, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört.

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