Regen fällt im ausgebrannten Buschland in einen blauen Behälter, der zurückgelassen wurde, damit Tiere aus ihm trinken können.

Brände in Australien Regen dämmt Feuer ein

Stand: 16.01.2020 16:23 Uhr

In Australien hat es erstmals seit Beginn der Buschbrände ergiebig geregnet. Das Wetter verschafft Menschen und Rettungskräften eine Atempause - doch gebannt ist die Gefahr damit nicht.

Ergiebige Regenfälle in Teilen der australischen Buschbrandgebiete haben Feuerwehr und Bewohnern eine lang ersehnte Atempause beschert. Im Bundesstaat New South Wales, wo einige der schwersten Feuer wüten, hofft die Feuerwehr, die Flammen unter Kontrolle bringen zu können. "Hilfe ist da für viele Feuerwehrleute in New South Wales", schrieb die Feuerwehr unter ein Foto von Regenfällen über einem brennenden Wald. Der Regen könne zwar nicht alle Brände löschen, aber zumindest bei ihrer Eindämmung helfen. Vor dem Einsetzen des Regens wüteten in dem Bundesstaat 30 Brände, die außer Kontrolle waren.

Auch im benachbarten Bundesstaat Victoria weiter südlich fiel Regen. Die Luftqualität habe sich in weiten Teilen des Staates verbessert, erklärte die Umweltbehörde, die Menschen seien erleichtert. Für Freitag und das gesamte Wochenende ist weiterer Regen vorhergesagt. Dies wäre die längste Niederschlagsperiode seit Beginn der Buschbrände im September.

Regen verwandelt Äcker in Australien in Matschpisten. | Bildquelle: TEONIE DWYER via REUTERS
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Einige Menschen feierten den Regen und ließen sich über Matschpisten ziehen.

Gefahr noch nicht gebannt

Für eine Entwarnung ist es jedoch noch zu früh: Im australischen Sommer zwischen Januar und März herrschen üblicherweise die höchsten Temperaturen, die Brand-Katastrophe ist bei weitem noch nicht vorüber. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", warnte Robyn Duell vom australischen Wetterdienst. Den gesamten Sommer und Frühherbst hindurch bleibe das Buschbrandrisiko weiterhin hoch.

In einigen Fällen könnten die Regenfälle die Arbeit der Feuerwehr sogar erschweren, weil Löschfahrzeuge auf matschigen Waldwegen schwerer vorankommen. Auch Sturzfluten könnten drohen, weil die verkohlten Böden das Regenwasser nicht aufsaugen können.

Urzeit-Bäume geschützt

Eine gute Nachricht in Sachen Naturschutz kam derweil aus dem Wollemi Nationalpark nordwestlich von Sydney, der Teil eines UNESCO-Welterbe-Gebiets ist. Dort sorgten Spezialkräfte dafür, dass die Wollemien eines der "Mega-Feuer" überlebten, wie die Regierung von New South Wales bestätigte. Diese mehrere Millionen Jahre alten Bäume galten bis zu ihrer Entdeckung in dem Park 1994 als ausgestorben - sie waren nur von Fossilienfunden bekannt. Sie stehen auf einem geheim gehaltenen Gebiet. Den Helfern gelang es, sie mit einem Bewässerungssystem und Feuerschutzmitteln zu retten, sie nutzten dafür auch Hubschrauber.

Wollemi-Urzeit-Bäume in Australien | Bildquelle: via REUTERS
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Die Wollemi-Pinien sind besonders schützenswert, weshalb Feuerwehrleute sie eigens vor den Flammen retteten.

Zu viel des Guten: Regen in Australien
Lena Bodewein, ARD Singapur
16.01.2020 16:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

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