Eine Frau liegt im Bett und putzt sich die Nase.  | dpa

Influenza Australien vor schwerer Grippewelle

Stand: 01.06.2022 15:22 Uhr

In Australien droht die heftigste Grippewelle seit Jahren: Seit Wochen nimmt die Zahl der Infektionen immer schneller zu. Zuvor hatten die Corona-Schutzmaßnahmen auch das Influenza-Virus in Schach gehalten.

In Australien bricht mit dem Monatsbeginn Juni der Winter an - und mit den kälteren Monaten steigt die Zahl der Grippeerkrankungen zunehmend an. Vor allem die östlichen Landesteile melden so hohe Ansteckungszahlen wie seit Jahren nicht mehr und wollen Vorsorge treffen.

Angaben des australischen Gesundheitsministeriums zufolge wurden in medizinischen Laboren seit Jahresbeginn bis zum 22. Mai mehr als 38.700 Fälle von Influenza bestätigt. Mehr als 26.000 dieser Infektionen wurden binnen zwei Wochen - zwischen dem 9. und dem 22. Mai - nachgewiesen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erfassten die Labore von Januar bis November 598 Grippefälle.

Vor allem für Jüngere hohes Ansteckungsrisiko

368 der Menschen, die sich seit April mit Influenza angesteckt haben, mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen werden - laut Ministerium kamen 7,6 Prozent dieser Patienten direkt auf die Intensivstation.

Die höchsten Ansteckungsraten werden den Angaben zufolge in den Altersgruppen zwischen fünf und 19 Jahren sowie bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 24 Jahren verzeichnet. Aber auch Kinder unter fünf Jahren weisen demnach ein hohes Risiko auf, sich zu infizieren.

Drei Bundesstaaten planen kostenloses Impfangebot

Besonders stark von der Grippewelle betroffen sind die östlichen Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland. Alle drei Bundesstaaten wollen kostenlose Grippe-Impfungen anbieten. Allerdings warnte das Gesundheitsministerium bereits, dass es zu früh sei, um die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe für die grassierenden Influenza-Viren zu garantieren.

Trotzdem pochte Annastacia Palaszczuk, Premierministerin von Queensland, auf einen "Präventivschlag", um gegen die steigenden Ansteckungszahlen anzukämpfen. Die derzeitige Entwicklung sei vergleichbar mit der Grippewelle von 2017. Damals starben in Australien mehr als 1200 Menschen, nachdem sie sich mit einem Grippevirus angesteckt hatten.

Mildere Grippesaison in Corona-Zeiten

Auch Deutschland verzeichnete in der Saison 2017/2018 eine sehr schwere Grippewelle, laut Robert Koch-Institut (RKI) sogar die heftigste seit Jahrzehnten. In der Bundesrepublik starben damals etwa 25.000 Menschen mutmaßlich infolge einer Grippeerkrankung.

In den vergangenen beiden Corona-Jahren fiel die Grippesaison sowohl in Deutschland als auch in Australien recht milde aus. Die Schutzmaßnahmen im Zuge der Pandemie dämmten auch die Ausbreitung der Influenza ein. In Deutschland wurden dem RKI zufolge seit vergangenem Oktober bis zum 16. Mai rund 14.400 Grippeansteckungen im Labor nachgewiesen.