Buschfeuer in Neusüdwales | Bildquelle: DAN HIMBRECHTS/EPA-EFE/REX

Buschfeuer Australien hofft auf Regen

Stand: 22.12.2019 12:47 Uhr

Die Brände in Australien haben bislang mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Mehr als 1000 Häuser brannten nieder. Die Behörden hoffen auf Regen, der Premier gibt sich zerknirscht.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Der Feuerwehrchef von Neusüdwales, Shane Fitzsummons, ist sich sicher: Nur Regen kann helfen, die Buschfeuer unter Kontrolle zu bringen. Doch Regen ist nicht in Sicht. Bei bis zu 47 Grad Hitze treibt heftiger Wind die Flammenwalzen durch  knochentrockenes Unterholz und Wälder - Bäume fackeln in Sekundenschnelle ab wie Streichhölzer.

Feuerwehrkräfte rücken mit zwei Löschfahrzeugen im australischen Bundesstaat New South Wales an, um die lodernden Brände zu bekämpfen. | Bildquelle: dpa
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Noch immer kämpfen die Einsatzkräfte in Australien gegen die Buschfeuer.

Vor haushohen Feuerwänden und orangegelbem Himmel wirken die Feuerwehrtrucks mit ihren zuckenden Blaulichtern winzig auf den Fernsehbildern. "Wir werfen alles in den Kampf, das wir haben", sagt Vize-Feuerwehrchef Bob Rogers: "Es brennen hier mehr als 100 Feuer - und jedes einzelne davon kann uns massive Probleme schaffen."

Es ist der größte Rettungseinsatz in der Geschichte von Neusüdwales: 10.000 Feuerwehrmänner, Sanitäter, Polizisten und freiwillige Helfer arbeiten in der Region. Mindestens neun Menschenleben haben die Feuer bislang gekostet, Millionen Hektar Land wurden vernichtet. Mehr als 1000 Häuser brannten nieder. In den Katastrophengebieten haben die Menschen ihre Autos vollgepackt, jederzeit bereit zur Flucht - voll banger Angst, ihr Heim zu verlieren durch die nahenden Flammen.

Mehr als 100 Buschbrände in Australien außer Kontrolle
tagesschau24 13:00 Uhr, 22.12.2019

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Weltgrößtes Kohleexportland

Ein zerknirschter Premier Scott Morrisson trat derweil vor die Mikrofone - überhastet zurückgekehrt aus dem Familienurlaub auf Hawaii. Er war hart dafür kritisiert worden, sein Land in dieser Notlage alleingelassen zu haben - und entschuldigte sich nun. "Sicher verstehen die Australier, dass du versuchst, Versprechen zu halten, die du deinen Kindern machst. Aber als Premierminister hast Du andere Pflichten, das akzeptiere ich - und ich akzeptiere auch die Kritik."

Aber es war ja nicht die einzige Kritik. In Australiens größter Stadt Sydney - seit Wochen eingehüllt in gesundheitsschädlichen Rauch - gibt es fast täglich Demonstrationen gegen Morrissons Regierung. Die hatte lange einen Zusammenhang zwischen den verheerenden Buschfeuern und dem menschengemachten Klimawandel bestritten. Schließlich ist Australien das weltgrößte Kohleexportland, Kohle bietet viele Arbeitsplätze und hat eine starke Lobby in dem sonnenreichen Land, das nach wie vor den meisten Strom mit Kohle produziert.

"Die treibende Kraft ist der Klimawandel"

Doch es sind längst nicht mehr nur Schüler und Klimaaktivisten, die auf die Straße gehen - immer mehr Wissenschaftler halten den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Extremwetterlagen für bewiesen.

Und auch Männer der Praxis stimmen ein in die Kritik, wie der pensionierte Feuerwehrchef von Neusüdwales, Greg Mullins: "Diese Feuer sind völlig unberechenbar. Mehr Land ist niedergebrannt und mehr Häuser wurden zerstört als in den schlimmsten Buschfeuern, die wir je zuvor in unserer Geschichte erlebt haben. Wir werden von einer beängstigenden Hitzewelle überrollt - und die treibende Kraft dahinter ist der Klimawandel. In all meinen Jahrzehnten als aktiver Feuerwehrmann habe ich erlebt, wie Australien immer trockener und heißer wurde."

Premier Scott Morrisson konnte diese Stimmen offenbar nicht länger ignorieren. Er habe keinen Zweifel, dass ein Zusammenhang zwischen dem globalen Klimawandel und bestimmten Wetterereignissen wahrscheinlich sei, erklärte er. Aber in dieser Notlage gehe es nicht darum, zu streiten - sondern das Leben und den Besitz von Menschen zu schützen. Womöglich kann Morrisson die Debatte um Klima und Kohle so vertagen - verhindern lassen wird sie sich nicht mehr in Australien.

Hoffen auf Regen - 100 Feuer in Australien außer Kontrolle
Holger Senzel, ARD Singapur
22.12.2019 12:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2019 um 13:00 Uhr.

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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