Ein Feuerwehrmann läuft in Australien zwischen brennenden Bäumen. | Bildquelle: AFP

Feuerwolke in Australien Tausende fliehen an die Strände

Stand: 31.12.2019 09:51 Uhr

Die Rettungskräfte haben es in Australien mit einem seltenen Phänomen zu tun: der Feuerwolke. Tausende Menschen fliehen inzwischen an die Strände - und sind dort eingeschlossen.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Sekunden nur dauert die Szene, die sich in den vergangenen Stunden in den sozialen Netzwerken verbreitete - nicht länger als die Flammen brauchten, um das Ferienhaus einer Familie regelrecht zu verschlingen. Fünf Menschen rennen panisch um ihr Leben.

Die Zahl der Toten durch die verheerenden Buschfeuer in Australien ist auf mindestens zwölf gestiegen. Ein Vater und sein Sohn wurden an der Küste des Bundesstaats New South Wales tot aufgefunden. Sie hatten offenbar versucht, ihr Haus in dem Ort Cobargo vor der Feuersbrunst zu schützen.

In Australien wüten weiterhin schwere Brände
tagesschau24 09:00 Uhr, 31.12.2019, Tamara Anthony, ARD Peking

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Feuer-Tornado schleudert Löschfahrzeug weg

Ebenfalls in New South Wales starb ein 28-jähriger Feuerwehrmann. Ein Feuer-Tornado hatte das Löschfahrzeug in die Luft geschleudert, welches anschließend zu Boden krachte. Drei Besatzungsmitglieder wurden eingeklemmt, der eine starb.

Die lokalen Rettungsmannschaften beschrieben die Unfallszene als grauenhaft. Die Frau des verstorbenen Feuerwehrmannes erwarte das erste Kind, sagte Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons.

Tausende fliehen ans Meer

Wegen der verheerenden Buschbrände sind auch Tausende Touristen und Einheimische vor den Flammen an die Strände geflohen. Rund 4000 Menschen waren am Ufer der Stadt Mallacoota im Bundesstaat Victoria eingeschlossen, teilten die örtlichen Behörden mit. Auch in vielen anderen von Flammen eingeschlossenen Orten entlang eines 200 Kilometer langen Küstenabschnitts suchten Menschen Zuflucht an den Stränden.

Einwohner des evakuierten Dorfs Bega im australischen Bundesstaat New South Wales suchen in Zelten Schutz. | Bildquelle: AFP
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Einwohner des evakuierten Dorfs Bega im australischen Bundesstaat New South Wales suchen in Zelten Schutz.

Der Rauch von den Bränden verdunkelte den Himmel über dem Ort, Asche regnete herab. Medienberichten zufolge wurden bereits Vorbereitungen getroffen, um die betroffenen Menschen notfalls über das Meer in Sicherheit zu bringen oder sie vom Strand auszufliegen.

Tod auch durch weiter entfernte Flammen

Die Temperaturen in den Buschbrand-Gebieten können Hunderte Grad Celsius erreichen, was zum Tod der in der Nähe befindlichen Menschen führt, lange bevor die Flammen sie erreichen. Nach Angaben des Katastrophenschutzes von Victoria ist die Flucht ins Meer häufig der letzte Ausweg.

Die Rettungskräfte haben es in Australien mit einem sehr seltenen Phänomen zu tun: Der Feuerwolke. Sie entsteht, wenn große Hitze Ruß, Asche und Rauch in die Atmosphäre reißt. Schwebstoffmengen wie bei einem mittleren Vulkanausbruch gelangen dabei in gewaltige Höhen - und sie reißen auch enorme Mengen Wasserdampf mit.

Der Himmel im australischen Bundesstaats New South Wales ist wegen der Feuerwolke rot-orange gefärbt. | Bildquelle: AFP
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Der Himmel im australischen Bundesstaats New South Wales ist wegen der Feuerwolke rot-orange gefärbt.

Gewitter in Feuerwolken

Wenn der dann unter bestimmten klimatischen Bedingungen kondensiere, bildeten sich riesige Wolken - die Feuerwolken -, in denen sich Gewitter zusammenbrauen, erklärte Victorias Katastrophenschutzchef Andrew Crisps. "Die Feuer haben eine Hitzesäule geschaffen, die 14 Kilometer in die Atmosphäre aufgestiegen ist und die dann ihr eigenes Wetter erzeugt", sagte Crisps. In diesen Säulen entstünden Blitze. "Das ist absolut unvorhersehbar." Es sei gefährlich und die Menschen sollten sich stets gut informieren, um richtigen Entscheidungen zu treffen. "Um es klar zu sagen: Sie sollten nicht auf der Straße sein", so Crisps.

Die Blitze aus der Feuerwolke können neue Brände auch in größerer Entfernung entzünden. Im knochentrockenen Unterholz finden die Flammen ideale Bedingungen - angefacht durch Starkwinde, die ständig die Richtung wechseln.

Mit Helikoptern werden die Buschfeuer bekämpft. | Bildquelle: AFP
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Mit Helikoptern werden die Buschfeuer in Australien bekämpft.

Klimawandel der Grund für die Brände?

Ein Horrorszenario für die Rettungskräfte. 260 neue Brände sind allein seit gestern im Bundesstaat Victoria entstanden, in New South Wales ist eine Fläche so groß wie Belgien abgebrannt, fast 1000 Häuser wurden zerstört, fünf Menschen werden vermisst, ihre Überlebenschancen gering eingeschätzt.

Seit Oktober nun schon toben die schlimmsten Buschfeuer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nicht nur Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen den zunehmenden Extremwetterlagen im weltgrößten Kohleexportland und dem Klimawandel. Auch Leute der Praxis wie Ex-Feuerwehrchef Greg Mullins sieht ihn.

Der pensionierte Firefighter hat daher für kommendes Jahr 28 Kollegen zu einem Krisentreffen zusammengerufen - über tausend Jahre Berufserfahrung, wie er sagt. "Wir werden von einer beängstigenden Hitzewelle überrollt, deren Folgen wir noch gar nicht kennen. Und die treibende Kraft dahinter ist ganz klar der Klimawandel", sagte Mullins.

Der Premierminister Scott Morrisson schickt jetzt auch das Militär in den Kampf gegen die Feuersbrünste. Und je länger dieser Kampf dauert, desto knapper wird das Wasser. Wirklich helfen könnte jetzt nur Regen - viel und starker Regen. Doch auch in den kommenden Tagen soll es heiß und trocken bleiben.

Feuerwolken über Australien - keine Entspannung
Holger Senzel, ARD Singapur
31.12.2019 12:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Dezember 2019 um 09:00 Uhr.

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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