In der Region Mount Hay unterstützen Freiwillige die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. | Bildquelle: REUTERS

Buschbrände in Australien 85 Feuer und extreme Hitze

Stand: 29.12.2019 09:26 Uhr

Die Lage im Südosten Australiens wird immer dramatischer: Inzwischen werden aus New South Wales 85 Buschbrände gemeldet. Das Feuerwerk in Sydney soll aber trotzdem stattfinden - als Zeichen des Durchhaltevermögens.

In Australien haben sich die Buschbrände nochmals ausgeweitet. Allein im Bundesstaat New South Wales - in dem unter anderem die Metropole Sydney liegt - gebe es derzeit 85 Feuer, 40 von ihnen seien außer Kontrolle, sagte der regionale Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons. Gestern hatte die Feuerwehr dort noch von 70 Bränden gesprochen.

In New South Wales verbrannte seit Oktober eine Landfläche der Größe Belgiens. Neun Menschen kamen ums Lebens, fast 1000 Häuser wurden zerstört.

Die Behörden des benachbarten Bundesstaates Victoria forderten die Bewohner des kleines Ortes Goongerah etwa 440 Kilometer östlich von Melbourne auf, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. "Warten Sie nicht, Weggehen ist die sicherste Option - die Umstände könne sich ändern und sehr schnell verschlechtern", warnte die Feuerwehr.

Hohe Temperaturen und Feuerwerk

Meteorologisch deutete sich keine Entspannung an: Vor allem im Südosten des Landes wird mit extrem heißen Temperaturen von deutlich über 40 Grad gerechnet. Experten befürchten deshalb eine wachsende Brandgefahr zu Wochenbeginn.

Das traditionelle Neujahrsfeuerwerk über dem Hafen von Sydney soll dennoch stattfinden. Dies solle das Durchhaltevermögen Australiens demonstrieren, sagte Premierminister Scott Morrison. Im Katastrophenfall kann das Feuerwerk nach Behördenangaben aber abgesagt werden.

Geld für Freiwillige im Löscheinsatz

Die Regierung kündigte außerdem Entschädigungen für die freiwilligen Feuerwehrleute an. Morrison, dem zuvor mangelnde Unterstützung der Einsatzkräfte vorgeworfen worden war, stellte eine Tagespauschale von umgerechnet knapp 190 Euro in Aussicht.

In New South Wales machen freiwillige Helfer etwa 90 Prozent der Löschkräfte aus. Viele von ihnen haben Urlaub genommen.

Der australische Regierungschef Scott Morrison | Bildquelle: BIANCA DE MARCHI/EPA-EFE/REX
galerie

Morrison (mi.) kündigte eine Tagespauschale für die freiwilligen Feuerwehrleute an.

Tausende Koalas verbrannt?

Auch die Tierwelt leidet. Durch die Buschbrände wurden vermutlich Tausende Koalas getötet. "Bis zu 30 Prozent ihres Lebensraums ist zerstört worden", sagte Umweltministerin Sussan Ley dem australischen Sender ABC.

An der mittleren Nordküste von New South Wales lebten bis zu 28.000 Koalas, doch die Wald- und Buschbrände nördlich von Sydney haben deren Zahl in den vergangenen Monaten erheblich dezimiert. Ley sagte: "Wir werden mehr wissen, wenn die Brände sich beruhigt haben und eine richtige Beurteilung durchgeführt werden kann."

Über dieses Thema berichteten am 29. Dezember 2019 NDR Info und Deutschlandfunk um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: