Smog durch Buschfeuer in Melbourne | Bildquelle: dpa

Brände in Australien Dicke Luft in Melbourne

Stand: 14.01.2020 09:27 Uhr

Wegen der anhaltenden Feuer ist die Luft in Melbourne rekordverdächtig schlecht. So schlecht, dass der Rauch Feuermelder auslöst. Folgen hat die ungesunde Luft auch für Profi-Tennisspieler.

Die Feuer in den australischen Brandgebieten haben die Luft rekordverdächtig schlecht gemacht. In Melbourne war es für die Bewohner der zweite Tag in Folge mit besonders dicker Luft. Ihnen wurde geraten, drinnen zu bleiben. Der Rauch löste im Stadtgebiet Feuermelder aus. Viele Menschen trugen Schutzmasken.

Über Nacht sei die Luft in Melbourne weltweit am schlechtesten geworden, sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton. Laut der internationalen Datenbank IQ Air war die Luft in Australiens zweitgrößter Stadt "sehr ungesund". Gemessen wird dabei unter anderem die Belastung mit Feinstaub. Am Mittwoch könnte dort Wind gegen den Qualm helfen.

Qualifikation der Australian Open beeinträchtigt

Die schlechte Luftqualität durch die Buschfeuer in der Nähe hat auch die Qualifikation für die Australian Open beeinträchtigt. Die Slowenin Dalila Jakupovic gab in der ersten Runde nach einem Hustenanfall auf. Jakupovic kniete zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt. "Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte sie anschließend. "Am Boden war es etwas einfacher, Luft zu bekommen."

Die Organisatoren hatten den Beginn der Qualifikationsmatches zuvor wegen der verrauchten Luft von 10.00 Uhr Ortszeit auf 11.30 Uhr verschoben. Die Spiele des Hauptfeldes sollen am 20. Januar beginnen.

Melbourne liegt an der Südostküste Australiens, hat um die fünf Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaats Victoria - der besonders von den Buschbränden betroffen ist. Australiens Hauptstadt Canberra hatte ebenfalls bereits mit schlechter Luft zu kämpfen.

Das Spiel Sharapova gegen Siegemund wurde unterbrochen. | Bildquelle: AFP
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Bei den Qualifikationen für die Australian Open wurde auch das Spiel Maria Sharapova gegen Laura Siegemund unterbrochen.

Regen in Sicht

Diese Woche wird in den Brandgebieten Regen erwartet. Doch dieser könnte nicht nur helfen, sondern auch Probleme bringen. Heftiger Regen und Gewitter könnten Sturzfluten auslösen. Das galt laut einer Meteorologin besonders für die niedergebrannten Gebiete in New South Wales und Victoria.

Feuerwehrleute aus Kanada und den USA halfen bei den Einsätzen, darunter war auch eine US-Spezialtruppe. Nach Angaben der EU-Kommission lehnte Australien ein Angebot zur Entsendung europäischer Feuerwehrleute zum Kampf gegen die verheerenden Buschbrände vorerst ab. Laut EU-Kommissar Maros Sefcovic habe die australische Regierung das Angebot geschätzt, aber erklärt, eine zusätzliche Unterstützung werde derzeit nicht benötigt.

Melbourne im Smog mit Tennisstadion | Bildquelle: REUTERS
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Melbourne im Smog. Im Vordergrund ist das Tennisstadion zu sehen.

Bislang 28 Menschen ums Leben gekommen

Seit Monaten wüten vor allem im Südosten des Kontinents heftige Buschbrände. In den besonders betroffenen Bundesstaaten New South Wales und Victoria loderten am Montag noch um die 140 Feuer. Nach jüngsten Angaben von Premierminister Scott Morrison kamen bislang 28 Menschen ums Leben.

Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden. Mindestens 11,8 Millionen Hektar wurden nach jüngsten Angaben aus den Bundesstaaten von dem Feuern erfasst. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

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