Der neue US-Verteidigungsminister Austin (Archivbild). | dpa

USA Erster schwarzer Verteidigungsminister bestätigt

Stand: 23.01.2021 02:07 Uhr

Lloyd Austin ist vom US-Senat als Verteidigungsminister bestätigt worden. Er ist der erste Schwarze in dem Amt. Nur wenige Stunden später telefonierte er bereits mit NATO-Chef Stoltenberg und hatte gute Nachrichten parat.

Es ist ein erster, wichtiger Erfolg für den neuen Präsidenten Joe Biden: Der Senat hat seinen designierten Verteidigungsminister Lloyd Austin mit 93 von 100 Stimmen abgesegnet. Der Schritt war keine Selbstverständlichkeit. Um den Posten als Pentagon-Chef übernehmen zu dürfen, brauchte Austin zuvor eine Ausnahmegenehmigung des Kongress. Weil der ehemalige 4-Sterne-General erst seit vier und nicht wie eigentlich vorgeschrieben sieben Jahren Zivilist ist.

Das sehen auch einige Demokraten kritisch - genau wie seine anschließende Tätigkeit als Top-Manager im Rüstungskonzern Raytheon. Für die Ausnahmegenehmigung hatte Austin deshalb vorher auch deutlich weniger Stimmen bekommen.

Austin führte unter Obama Einsatz gegen den IS

Austin ist der erste Schwarze, der den Job als Verteidigungsminister übernimmt. Der 67-Jährige ist Absolvent der Militärakademie West Point und war 41 Jahre lang Soldat. Als Chef des Zentralkommandos der US-Streitkräfte hatte er zuletzt für die Obama-Regierung die Einsätze gegen den IS angeführt.

Austin ist der erste Minister, der vom Senat bestätigt wurde. Grünes Licht gab es auch schon für die neue Koordinatorin der US-Geheimdienste, Avril Haines. Als nächstes will der Senat über den designierten Außenminister Antony Blinken und die neue Finanzministerin, Janet Yellen, abstimmen.

Erstes Telefonat mit NATO-Chef

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt gab Austin ein "unerschütterliches Bekenntnis" der USA zur transatlantischen Militärallianz ab. Das schrieb Austin auf Twitter über sein erstes Telefonat im neuen Job, das er mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg geführt habe.

Stoltenberg twitterte, er habe eine "großartige Diskussion" mit Austin über die gemeinsamen Werte und Herausforderungen geführt. "Ich freue mich, eng mit ihm zusammenzuarbeiten, um die Bindung zwischen Europa & Nordamerika durch die NATO zu stärken."

Unter Bidens Vorgänger Donald Trump war das Verhältnis zwischen den USA und der NATO äußerst angespannt. Trump hatte ohne Rücksicht auf die Folgen mehrfach Zweifel daran geweckt, ob die USA im Ernstfall ihrer Verpflichtung zum militärischen Beistand nachkommen würden. Hinzu kamen die nicht abgesprochene Ankündigung eines Rückzugs von US-Truppen aus Deutschland und andere Alleingänge. Zum Entsetzen der Alliierten drohte Trump sogar mit dem NATO-Austritt.

Mit Informationen von Julia Kastein, ARD-Studio Washington.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2021 um 01:15 Uhr.