Ein Mann betet vor der Kirche Notre Dame im französischen Nizza, wo ein Mann drei Menschen getötet hatte. | REUTERS

Ermittlungen dauern an Polizei sucht Helfer des Nizza-Attentäters

Stand: 01.11.2020 22:28 Uhr

Nach den tödlichen Messerangriffen in Nizza sind drei Festgenommene wieder freigelassen worden. Drei weitere befinden sich noch in Gewahrsam. Die Suche nach Komplizen des mutmaßlichen Attentäters geht weiter.

Die französische Polizei sucht nach den tödlichen Messerangriffen in Nizza nach möglichen Komplizen des Täters. Ein 47-jähriger Mann, der bereits am Donnerstag festgenommen worden war, wurde inzwischen wieder freigelassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. Ebenfalls seien zwei Männer im Alter von 35 und 33 Jahren wieder auf freiem Fuß, die sich seit Freitag in Gewahrsam befunden hatten.

Wie die Agentur weiter berichtete, befinden sich derzeit noch drei Männer in Polizeigewahrsam. Ein 29 Jahre alter Tunesier war am Samstag in Grasse, rund 25 Kilometer von Nizza entfernt, gestellt worden. Er soll zusammen mit dem mutmaßlichen Täter in die EU eingereist sein. Die anderen beiden Männer waren in der Wohnung des 29-Jährigen gefasst worden.

Die Ermittler konzentrieren sich demnach auf die zuletzt bekannten Kontakte des mutmaßlichen Täters, um mögliche Komplizen zu finden. Auch in Tunesien war die Polizei aktiv und setzte einen Mann fest, der im Namen einer bislang unbekannten Gruppe ein Bekennervideo erstellt haben soll.

Mutmaßlicher Attentäter nicht vernehmungsfähig

Bei dem Anschlag am Donnerstag im südfranzösischen Nizza hatte ein Mann drei Menschen in und nahe der Basilika Notre-Dame mit einem Messer getötet. Unter den Opfern waren der Küster der Kirche sowie zwei Frauen. Der mutmaßliche Attentäter soll laut Ermittlern ein 21-jähriger Tunesier sein, der nur wenige Tage vor dem Anschlag über Italien nach Frankreich gekommen sein soll.

Er wurde bei seiner Festnahme von Polizisten angeschossen und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Der Mann konnte bislang noch nicht befragt werden. Die Regierung geht von einem islamistischen Motiv aus.

Messen streng bewacht

Die Gottesdienste zu Allerheiligen fanden in Nizza unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach Angaben des Bürgermeisters Christian Estrosi waren 120 Polizisten und 60 zusätzliche Soldaten zur Bewachung der Kirchen im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2020 um 12:00 Uhr.