US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim schütteln sich auf nordkoreanischem Boden die Hände | Bildquelle: AFP

Bilanz der Atomgespräche Vor allem schöne Bilder

Stand: 24.12.2019 10:58 Uhr

Ein Gipfel in Hanoi, ein Treffen an der innerkoreanischen Grenze: Zweimal sind sich Nordkoreas Staatschef Kim und US-Präsident Trump in diesem Jahr begegnet. Doch die Atomgespräche stocken.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Gleich zwei Mal haben sich der amerikanische Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un in diesem Jahr getroffen - auf einem Gipfel in Hanoi im Februar, und dann noch einmal im Juni. Dieses Treffen war allerdings vor allem ein Fototermin auf der Grenze zwischen den beiden Koreas.

Vor dem Gipfel in Hanoi hatte Trump eine optimistische Einschätzung abgegeben: "Wir haben eine gute Beziehung entwickelt. Das hat es früher zwischen ihm oder seiner Familie und den Vereinigten Staaten nie gegeben", erklärte er.

Die Erwartungen an die Begegnung waren hoch, zumal das erste Treffen zwischen den Staatschefs im Jahr zuvor in Singapur zwar harmonisch, aber auch ohne große Fortschritte gewesen war. Nun schien alles abgemacht und Kim allen Anschein nach bereit, das Atomprogramm des Landes zurückzufahren, wenn die USA im Gegenzug Sanktionen lockern.

Handschlag zwischen Trump und Kim in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea | Bildquelle: REUTERS
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Ein historisches Treffen an der innerkoreanischen Grenze - doch der politische Effekt blieb aus.

Besser gehen als bleiben

Und dann die totale Überraschung: "Eigentlich waren es zwei ganz produktive Tage. Aber manchmal muss man einfach gehen", erklärte Trump.

In letzter Sekunde platzte der Deal. Zwischen Trump und Kim gab es Streit darum, welche Atomanlagen einbezogen werden. Angeblich hatte die nordkoreanischen Seite unerfüllbare Forderungen gestellt.

Dabei war sogar der Gipfelort Hanoi mit Bedacht gewählt; quasi als Beispiel für ein ehemals kommunistisches Land, das auf dem Weg zu Wohlstand ist. Und als Beweis, dass ehemalige Kriegsgegner zusammen arbeiten können. Die Botschaft: So kann mal Pjöngjang aussehen. "Nordkorea und der Vorsitzende Kim haben ein enormes Potenzial als Wirtschaftsmacht", merkte Trump dazu an.

US-Präsident Trump (r.) hat Nordkoreas Machthaber Kim ein spontanes Treffen angeboten. | Bildquelle: REUTERS
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Schon das Treffen in Hanoi verlief unbefriedigend - dennoch lobt Trump Kim weiter.

Es herrscht Rückschritt

Seitdem ist außer dem Ausflug an die Grenze wenig geschehen. Im Gegenteil, denn Nordkorea testet seitdem wieder Raketen. Nur einen Atomtest hat es nicht gegeben. Trump aber bleibt hier demonstrativ optimistisch, vermeidet jede Provokation, betont die guten Beziehungen.

Im Sommer erklärte er, Kim habe ihm "einen wirklich schönen Brief geschrieben. Drei Seiten, von oben bis unten. Ein wirklich schöner Brief." Das war im August. Nordkorea hatte sich gerade wieder verschnupft gezeigt, weil die USA mit Südkorea  ein Manöver abgehalten hatten.

Neue Drohungen 

Und jetzt, zehn Monate nach Hanoi, droht Kim Jong Un offen, setzt den USA ein Ultimatum für einen neuen Verhandlungsvorschlag bis zum Ende des Jahres. Es läge an den USA, welches Weihnachtsgeschenk er wähle, sagte Kim.

Und Trump? Setzt weiter auf die guten Beziehungen. Man müsse sehen, was geschieht, er jedenfalls glaube nicht, dass sich Nordkorea feindlich verhält. Denn: "Wir haben eine gute Beziehung. Ich will, dass das so bleibt und er sicher auch." Ob aber ein neues Treffen geplant ist, ob überhaupt konstruktiv miteinander gesprochen wird, ist nicht bekannt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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