Irans Revolutionsführer Chamenei | Bildquelle: dpa

Streit um Atomabkommen Iran droht mit neuer Urananreicherung

Stand: 05.06.2018 04:05 Uhr

Nachdem die Vereinigten Staaten das Abkommen über das iranische Atomprogramm verlassen haben, ist die Zukunft des Vertrags weiter unsicher. Teheran will nun seine Produktionskapazität für Uran erhöhen.

Der Iran will bei einem Scheitern des Atomabkommens seine Kapazitäten zur Anreicherung von Uran erhöhen. Das Oberhaupt der Islamischen Republik, Ali Chamenei, sagte, er habe für diesen Fall einen Ausbau der Anreicherungskapazitäten angeordnet.

iranische Flagge und Fässer mit Atomzeichen bei einer Demonstration von Atomkraftgegnern | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Das Abkommen sollte das Atomprogramm des Iran begrenzen.

Brief an die IAEA

"Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten", sagte er in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Der Sprecher der Atombehörde des Landes, Behrouz Kamalvandi, sagte der Nachrichtenagentur ISNA, in einem Brief an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) werde das Land ankündigen, ab heute die Produktionskapazitäten für Uranhexafluorid zu erhöhen, einen Ausgangsstoff für die Herstellung atomarer Brennelemente. Iran könne auch die Herstellung von Zentrifugen für die Anreicherung forcieren.

Die USA haben den Atomvertrag von 2015 aufgekündigt und wollen wirtschaftliche Sanktionen wieder in Kraft setzen, von denen auch europäische Firmen betroffen sein könnten. Die anderen Mitunterzeichner Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland halten an dem Vertrag fest.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2018 um 04:43 Uhr.

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