Ein schwarzer Mann sitzt vor einer Mauer, auf die der Name "Rayshard" gesprüht ist. | Bildquelle: AP

Nach Tod von Rayshard Brooks Polizist in Atlanta festgenommen

Stand: 19.06.2020 04:36 Uhr

Nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen Rayshard Brooks in Atlanta ist der Polizist verhaftet worden, der ihn erschoss - dem Beamten wird Mord vorgeworfen. Seine Kollegen protestieren.

In der US-Metropole Atlanta ist einer der am Tod des Schwarzen Rayshard Brooks beteiligten Beamten verhaftet worden. Aus Gefängnisunterlagen geht hervor, dass der Polizist in die Strafanstalt aufgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch ihre Entscheidung mitgeteilt, den Mann unter anderem wegen Mordes anzuklagen und ihn aufgefordert, sich zu stellen.

Der Beamte habe übermäßige Gewalt angewendet, wohingegen das Opfer kein aggressives Verhalten gezeigt habe, so die Begründung. Nun droht dem Angeklagten lebenslange Haft ohne Bewährung oder gar die Todesstrafe. 

Auch zweiter Polizist angeklagt

Der Tod des 27 Jahre alten Brooks nach dem Einsatz hatte die landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA nach dem Fall George Floyd in Minneapolis weiter angeheizt. Brooks war am Freitagabend am Steuer seines Wagens eingeschlafen, als er in der Schlange an einem Schnellrestaurant wartete. Polizisten stellten fest, dass er zuviel getrunken hatte und wollten ihn festnehmen. Es kam zu einem Handgemenge, Brooks griff nach dem Elektroschockgerät eines Beamten und floh. Einer der beiden Polizisten feuerte Schüsse ab, die ihn im Rücken trafen und tödlich verletzten. Er wurde fristlos entlassen, der andere Beamte vorläufig suspendiert.

Auch der zweite beteiligte Polizist, der unter anderem wegen schwerer Körperverletzung angeklagt ist, stellte sich demnach. Er wurde Medienberichten zufolge aber bis zu einem Prozessbeginn wieder auf freien Fuß gesetzt. Er hatte sich den Anklägern zufolge auf die Schultern des Sterbenden gestellt, wie auf Aufnahmen zu sehen gewesen sei.

Polizisten in Atlanta protestieren

Lokalen Berichten zufolge meldeten sich seit der Mordanklage gegen den Polizisten auffällig viele Polizisten in Atlanta krank. Es wird davon ausgegangen, dass sie damit gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft protestieren wollten.

Brooks starb weniger als drei Wochen nach dem Tod von Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz im Bundesstaat Minnesota umgekommen war. Floyds Schicksal hat anhaltende Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Nach dem Tod Brooks' hatte es wütende Proteste in Atlanta gegeben. Das Schnellrestaurant, auf dessen Parkplatz die Tat geschah, ging in der darauffolgenden Nacht in Flammen auf. Die Polizeichefin der Stadt, Erika Shields, trat zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

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