Griechische Regierung Türkischer Soldat soll Asyl verlieren

Stand: 31.12.2017 10:45 Uhr

Das höchste griechische Gericht hatte einem beim Putschversuch aus der Türkei geflohenen Soldaten Asyl gewährt - sehr zum Missfallen Erdogans. Die griechische Regierung bemüht sich um Schadensbegrenzung und will dem Mann den Status wieder entziehen.

Die griechische Regierung will einem türkischen Offizier, der in Griechenland Asyl erhalten hat, den Asylstatus wieder entziehen. Man habe bei der zuständigen Asylbehörde bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, ließ das Büro von Ministerpräsident Alexis Tsipras mitteilen.

Tsipras hatte wiederholt öffentlich betont, dass Beteiligte des Putschversuchs in der Türkei in Griechenland nicht willkommen seien. Die Regierung bleibe bei ihrer bisherigen Haltung, sagte er nun.

Acht geflohene Militärs

Bei dem Offizier handelt es sich um einen von acht Militärs, die im Juli 2016 während des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei per Hubschrauber nach Griechenland geflohen waren und dort politisches Asyl beantragt hatten. Sein Asylantrag war mit der Begründung genehmigt worden, dass ihn in der Türkei kein faires, den Menschenrechten entsprechendes Verfahren erwarten würde.

Die türkischen Militärs auf dem Weg ins griechische Gericht (Archivbild vom Januar 2017) | Bildquelle: AP
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Die türkischen Militärs auf dem Weg ins griechische Gericht (Archivbild vom Januar 2017)

Die türkische Regierung hatte die Entscheidung umgehend scharf verurteilt. Der Beschluss zeige ein weiteres Mal, dass Griechenland "ein Land ist, das Putschisten schützt und mit offenen Armen empfängt", hatte das Außenministerium in Ankara mitgeteilt. Der Schritt sei politisch motiviert und werde Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen und die regionale Zusammenarbeit haben.

Türkei fordert Auslieferung

Ein Anwalt, der die türkischen Offiziere in Griechenland vertritt, erklärte, eine Aufhebung der Asylerlaubnis könne bis zu zwei Jahre dauern. Er gehe davon aus, dass auch den sieben weiteren Offizieren bald Asyl erteilt werde, so Omiros Zelios. Deren Asylverfahren laufen noch. Die Türkei hatte mehrfach die Auslieferung der Männer gefordert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2017 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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