Das Logo am Gebäude des internationalen Pharmakonzerns Astrazeneca. | dpa

Neue Regeln in Deutschland AstraZeneca verteidigt Impfstoff

Stand: 31.03.2021 12:19 Uhr

Der Nutzen überwiege die Risiken in allen Altersgruppen bei weitem - AstraZeneca hat nach der gestrigen Entscheidung in Deutschland seinen Impfstoff verteidigt. Das Vakzin soll umbenannt werden.

Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller AstraZeneca hat angesichts der neuen Altersempfehlungen für sein Coronavirus-Vakzin in Deutschland den Nutzen des Präparats betont. Die Zulassungsbehörden in Großbritannien und der Europäischen Union sowie die Weltgesundheitsorganisation seien zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen des Mittels die Risiken in allen Altersgruppen deutlich überwiege, erklärte das Unternehmen.

Der Impfstoff von AstraZeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) eine solche Altersbeschränkung empfohlen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen.

"Patientensicherheit hat höchste Priorität"

Man respektiere die STIKO-Entscheidung, hieß es in der Mitteilung von AstraZeneca. "Die Patientensicherheit hat für das Unternehmen höchste Priorität. Wir werden weiterhin mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten, um mögliche offenen Fragen zu klären."

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) habe zwar keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Gerinnungsereignissen feststellen können, doch sei sie zu dem Schluss gekommen, "dass für sehr seltene Fälle von schweren zerebralen thromboembolischen Ereignissen mit Thrombozytopenie ein kausaler Zusammenhang mit dem Impfstoff nicht bewiesen, aber möglich ist und weiter untersucht werden sollte", so die Mitteilung weiter.

Die EMA wird in der kommenden Woche erneut über die Sicherheit des Impfstoffes beraten. Eine Expertengruppe sei am Montag bereits zusammenkommen. Dann werde auch eine Aktualisierung der Empfehlung erwartet, wie die EMA mitteilte.

Unverständnis in London

In Großbritannien, wo bereits mehr als elf Millionen AstraZeneca-Dosen verimpft wurden, stößt die Entscheidung der deutschen Regierung auf Unverständnis.

Er sehe keine Grund, den Einsatz des von der Universität Oxford entwickelten Impfstoffs in Frage zu stellen, sagte der britische Wohnungsbauminister Robert Jenrick dem britischen Nachrichtensender Sky News. Die Regierung habe 100-prozentiges Vertrauen in die Wirksamkeit des Präparats und das sei durch verschiedene Studien, die britische Arzneimittelbehörde und jüngste Forschungsergebnisse bestätigt worden.

Umbenennung des Präparats

Gleichzeitig erklärte das Pharmaunternehmen, es werde seinen Impfstoff in der EU künftig unter dem Namen "Vaxzevria" vermarkten. Der neue Name sei von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Bislang ist das Präparat unter dem Namen "Covid-19 Vaccine AstraZeneca" bekannt.

"Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant", hieß es. Die vollständige Umstellung auf den Namen "Vaxzevria" werde in sechs Monaten erwartet.

Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. März 2021 um 12:00 Uhr.