Wikileaks-Gründer Julian Assange schaut durch ein Fenster in der Londoner Botschaft von Ecuador. | Bildquelle: AFP

WikiLeaks-Gründer in London Assange soll Botschaft verlassen

Stand: 06.12.2018 21:14 Uhr

Seit sechs Jahren lebt WikiLeaks-Gründer Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Das ist genug, sagt der Präsident seines Gastlandes: "Jetzt ist der Weg dafür bereitet, dass Assange die Botschaft verlässt."

Endet die Zeit von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London? Darauf deuten Aussagen von Präsident Leni Moreno hin.

Seine Regierung habe von Großbritannien hinreichende schriftliche Garantien erhalten, dass der Australier nicht an ein Land ausgeliefert werde, in dem ihm die Todesstrafe drohen könnte. "Jetzt ist der Weg dafür bereitet, dass Assange die Botschaft verlässt." Moreno sagte nicht, ob er Assange zwingen werde, die Botschaft zu verlassen. Assanges Rechtsberater seien dabei, die nächsten Schritte abzuwägen.

Moreno will Assange loswerden

Nach mehr als sechs Jahren als Gast in der ecuadorianischen Botschaft versucht Ecuador den WikiLeaks-Gründer schon seit längerem loszuwerden. Assange weigert sich bisher jedoch das Gelände zu verlassen - aus Furcht vor einer Verfolgung in den USA. Dort könnte ihm wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein Verfahren wegen Geheimnisverrats drohen. Bei einer Verurteilung droht Assange die Todesstrafe. In den USA ist Assange bereits angeklagt, wie im November bekannt wurde. Über den Inhalt der Anklage wurde aber noch nichts bekannt.

Ihm gefalle die Präsenz Assanges in der Botschaft nicht, sagte Moreno. Sechs Jahre seien "zu lang für einen Menschen, um in einer Botschaft eingesperrt zu sein". Es müsse eine Lösung gefunden werden. 

Ecuadors Präsident Moreno | Bildquelle: AP
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Assanges Haftstrafe wird nicht lang sein, glaubt Moreno.

Moreno: Haft ja, aber nicht lange

Der heute 47-Jährige war 2012 in die Botschaft geflüchtet, um einer Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Später stellte die schwedische Justiz ihre Ermittlungen zwar ein, die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn beim Verlassen der Botschaft trotzdem festnehmen würden - weil er durch die Flucht in die Landesvertretung das Gesetz verletzt habe. Moreno sagte dazu: "Er muss eine kurze Strafe verbüßen, weil er sich nicht den britischen Behörden gestellt hat. Sie wird nicht lang sein."

Ecuador: Assange soll Botschaft in London bald verlassen
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
07.12.2018 06:25 Uhr

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