Wikileaks-Gründer Julian Assange schaut durch ein Fenster in der Londoner Botschaft von Ecuador. | Bildquelle: AFP

USA Offenbar geheime Anklage gegen Assange

Stand: 16.11.2018 09:58 Uhr

Wohl versehentlich sollen Staatsanwälte in den USA eine geheime Anklage veröffentlicht haben - mit einem prominenten Namen: WikiLeaks-Gründer Assange. Er hatte schon länger eine Anklage befürchtet.

Gegen den Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, ist Medienberichten zufolge in den USA bereits vor längerem Anklage erhoben worden. Die "Washington Post" meldet dies unter Berufung auf versehentlich veröffentlichte Gerichtsunterlagen, die demnach in keinem Zusammenhang mit Assange selbst stehen.

WikiLeaks selbst bestätigte laut Nachrichtenagentur AFP die Anklage. Staatsanwälte hätten die Existenz der unter Verschluss gehaltenen Anklage versehentlich in Gerichtsdokumenten in einem anderen Fall enthüllt. Die genauen Vorwürfe gegen Assange sind bisher unklar.

Seit 2012 in ecuadorianischer Botschaft

Assange hält sich seit mehr als sechs Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors auf. Er war dorthin geflüchtet, um sich einer Auslieferung nach Schweden und möglicherweise von dort in die USA zu entziehen. Gegen Assange war wegen Vorwürfen von Sexualstraftaten in Schweden ein europäischer Haftbefehl ausgestellt worden.

Die USA machen den gebürtigen Australier Assange unter anderem dafür verantwortlich, dass über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks brisante US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlicht wurden.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 veröffentlichte WikiLeaks von Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der später gegen Donald Trump unterlegenen Hillary Clinton.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. November 2018 um 10:15 Uhr in den Nachrichten.

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