Der syrische Machthaber Bashar al-Assad | Bildquelle: SANA HANDOUT/EPA-EFE/REX

Syrien Assad fordert Anschluss der Kurden

Stand: 17.02.2019 23:09 Uhr

Im Ringen um die Vormachtstellung im Norden Syriens hat Machthaber Assad die Forderung gestellt, die Kurden unter seinen Schutz zu stellen. Nur die syrische Armee könne die Gruppen in der Region schützen.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat die Kurden im Land angesichts der Abzugspläne der USA aufgefordert, sich auf seine Seite zu schlagen. "Wir sagen denjenigen Gruppen, die auf die Amerikaner setzen, dass die Amerikaner Euch nicht beschützen werden", sagte er in einer Fernsehansprache. "Die Amerikaner werden Euch nicht in ihr Herz oder in ihre Arme schließen." 

Assad betonte, vor einer Militäroffensive der Türkei könnten sich die Kurden nur schützen, wenn sie sich unter den Schutz der syrischen Armee stellten. Anderenfalls würden sie als "Sklave der Ottomanen" enden, fügte der syrische Machthaber mit Blick auf die Türkei hinzu, die gegen die Autonomiebestrebungen der Kurden kämpft.

Schwierige Gespräche über künftige Beziehungen

Trump hatte im Dezember angekündigt, alle rund 2000 in Syrien eingesetzten US-Soldaten abzuziehen. Die Kurden im Land versuchen daher, ihre Beziehungen zur syrischen Führung zu verbessern. In den Gesprächen wurde bislang aber keine Einigung erzielt.

Am Wochenende beriet das von Kurden angeführte Rebellenbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) über seine künftigen Beziehungen zu Damaskus. In einer Erklärung forderte die Allianz, dass Assads Regierung den "Sonderstatus" der SDF ebenso wie den halbautonomen Status der Kurdenregion in Syrien anerkenne. Außerdem erklärten die SDF-Kämpfer ihre Bereitschaft, "Probleme mit der Türkei durch Dialog zu lösen".

US-Stützpunkt in der Region Manbidsch im Norden Syriens | Bildquelle: AP
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US-Stützpunkt in der Region Manbidsch im Norden Syriens. US-Präsident Trump hatte im Dezember angekündigt, alle rund 2000 US-Soldaten abzuziehen.

Die letzte Bastion des IS

Die SDF-Kämpfer hatten vor gut einer Woche den Beginn einer "finalen Schlacht" verkündet, in der die letzte Bastion der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien erobert werden soll. Das IS-Herrschaftsgebiet rund um das Dorf Baghus nahe der irakischen Grenze ist nach SDF-Angaben inzwischen auf einen halben Quadratkilometer geschrumpft, die vollständige Eroberung erfolge voraussichtlich in einigen Tagen.

Unterstützt werden die SDF-Kämpfer durch Luftangriffe der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition.

Der IS hält in dem Gebiet offenbar mehr als 1000 Zivilisten fest. Die Extremisten hätten sich unter die Menschen in einem Zeltdorf gemischt und alle Straßen dorthin gesperrt, sagte ein Sprecher der SDF der Nachrichtenagentur AP. Die IS-Leute könnten Geiseln genommen haben.

Die Kurden kontrollieren derzeit knapp 30 Prozent von Syrien, außerdem gibt es von Dschihadisten gehaltene Gebiete in der nordwestlichen Provinz Idlib. Assad sagte dazu in seiner Fernsehansprache: "Jeder Zentimeter Syriens wird befreit werden."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Februar 2019 um 06:00 Uhr.

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