Xi Jinping hält nach Ankunft in Hongkong eine Rede. | AP

Teilnahme an Jubiläumsfeiern Chinas Präsident Xi in Hongkong eingetroffen

Stand: 30.06.2022 11:28 Uhr

Der chinesische Präsident Xi ist zum 25. Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China in die Sonderverwaltungszone gereist. Es wird erwartet, dass er sich bei einer Zeremonie zur Zukunft der ehemaligen britischen Kolonie äußert.

Der chinesische Präsident Xi Jinping ist unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in Hongkong eingetroffen, um an den Feierlichkeiten zur Übergabe Hongkongs von Großbritannien an China vor 25 Jahren teilzunehmen. Mit der Reise in die chinesische Sonderverwaltungsregion hat er das Festland Chinas erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren verlassen.

Xi, begleitet von seiner Ehefrau Peng Liyuan und Außenminister Wang Yi, wurde bei seiner Ankunft am Bahnhof von Unterstützern Fähnchen schwenkend begrüßt. An beiden Seiten eines roten Teppichs aufgereiht, jubelten ihm seine Fans zu und hielten Banner in die Luft, auf denen der Präsident willkommen geheißen wurde. Ein Löwentanz wurde aufgeführt.

Hohe Sicherheitsmaßnahmen

Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam nahm die Reisegruppe in Empfang. Xi will bei seinem Besuch an einer Reihe offizieller Veranstaltungen teilnehmen, darunter die Amtseinführung des neuen Hongkonger Regierungschefs John Lee. Während seines gesamten Aufenthalts sollen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gelten.

Laut Informationen der "South China Morning Post" wird der Präsident die Nacht voraussichtlich nicht in Hongkong verbringen, sondern in die chinesische Nachbarstadt Shenzhen zurückkehren, um dann am Freitag wieder nach Hongkong zu kommen. Im Vorfeld der Feierlichkeiten mussten sich rund 3000 Gäste in Quarantäne begeben, damit der Präsident vor einer möglichen Corona-Infektion geschützt wird.

"Ein Land, zwei Systeme"

Es wird erwartet, dass Xi bei einer Zeremonie am Freitag über die Zukunft der Sonderverwaltungszone spricht. In den vergangenen zwei Jahren hatte China die Kontrolle der Kommunistischen Partei über die Stadt ausgeweitet.

Großbritannien hatte Hongkong am 1. Juli 1997 unter dem Grundsatz "Ein Land, zwei Systeme" an China zurückgegeben. Dieser Grundsatz sollte dafür sorgen, dass die dort geltende Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten, einschließlich der Rede- und Versammlungsfreiheit, für 50 Jahre bewahrt werden. Auch bekamen die sieben Millionen Hongkonger damals die Zusage, bis 2047 ein "hohes Maß an Autonomie" und viele politische Freiheiten genießen zu können.

Doch nach dem Beginn der pro-demokratischen Proteste in Hongkong 2019 schränkte die kommunistische Führung in Peking dort zahlreiche Freiheiten ein und führte ein umstrittenes nationales Sicherheitsgesetz ein. In Schulen wurden patriotischere Lehrpläne eingeführt. Die Transformation der Stadt hat oppositionelle Stimmen nahezu verstummen lassen und viele dazu verleitet, Hongkong den Rücken zu kehren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2022 um 11:00 Uhr.