Eine heftige Welle trifft das Gate of India in Mumbai | AFP

Zyklon "Tauktae" Tote und Vermisste in Indien

Stand: 18.05.2021 07:57 Uhr

Er gilt als einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten: Im Westen Indiens ist der Zyklon "Tauktae" auf Land getroffen. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 werden auf hoher See vermisst.

Begleitet von starkem Regen und Wind hat der Zyklon "Tauktae" die westindische Küste erreicht. Der Wirbelsturm prallte - vom Arabischen Meer kommend - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde auf Land. Es soll sich um den schwersten Sturm in West-Indien in den vergangenen 30 Jahren handeln. 

Mindestens 20 Menschen sind Behördenangaben zufolge seit dem Wochenende gestorben - zahlreiche werden vermisst. Wie die indische Marine mitteilte, geriet ein Schiff mit 237 Menschen an Bord am Montag in Seenot. 146 Passagiere seien bislang gerettet worden, 127 würden noch immer vermisst.

Flughafen in Mumbai geschlossen

"Tauktae" erschwert auch Indiens Kampf gegen das Coronavirus: Am Sonntag und in der Nacht zum Montag wurden mehr als 150.000 Menschen in Gujarat in Sicherheit gebracht, darunter auch die Covid-19-Patienten in Krankenhäusern. Die Corona-Impfungen wurden für zwei Tage ausgesetzt.

In der weiter südlich gelegenen Metropole Mumbai waren bereits am Sonntag 580 Covid-Patienten aus drei Feldlazaretten in Sicherheit gebracht worden. Dort schlossen die Behörden wegen des Unwetters für mehrere Stunden den Flughafen. In Küstenregionen des Bundesstaates Maharashtra, in dem Mumbai liegt, mussten 12.500 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

"Heftiger Doppelschlag"

Die Corona-Lage in Indien ist seit Wochen dramatisch. Viele Krankenhäuser sind angesichts der Situation völlig überlastet. In den voraussichtlich am schwersten vom Zyklon betroffenen Gebieten versuchten die Behörden deshalb alles, um Stromausfälle in Krankenhäusern und in Anlagen zur Sauerstoffproduktion zu verhindern.  

Der Zyklon sei für Millionen Menschen in Indien, die bereits unter der Corona-Pandemie litten, nun ein "heftiger Doppelschlag", so Udaya Regmi von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Mai 2021 um 20:00 Uhr.