Pressekonferenz der gemeinsamen Studie von WHO und China zum Ursprung des Coronavirus | REUTERS

Studie zu Corona-Ursprung China weist WHO-Kritik zurück

Stand: 31.03.2021 13:48 Uhr

Die WHO und 14 Staaten kritisieren, China habe die Untersuchung zum Coronavirus-Ursprung behindert. Doch davon will Peking nichts wissen. Stattdessen fordert die Führung, außerhalb Chinas zu suchen.

Der Vorwurf der Weltgesundheitsorganisation (WHO), China habe für die Mission in Wuhan zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie nicht ausreichend kooperiert, ist in Peking auf Unverständnis gestoßen. Über die Kritik von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte der Chef der an der Mission beteiligten chinesischen Wissenschaftlerdelegation, Liang Wannian: "Ich verstehe seine Sicht der Dinge nicht, weil das ein Bereich ist, der uns, die Wissenschaftler, betrifft."

Laut Liang legte China alle Daten offen. "Was unsere chinesischen Fachleute sehen können, ist dasselbe, was die ausländischen Fachleute sehen können", versicherte er.

Die Sprecherin des chinesischen Gesundheitsministeriums, Hua Chunying, verwies bei einer Pressekonferenz auf die Einschätzung der These in dem Bericht und rief die internationale Forschungsgemeinschaft auf, auch außerhalb Chinas nach den Ursprüngen der Corona-Pandemie zu suchen.

Schwerer Zugang zu Rohdaten

Nachdem Peking monatelang versucht hatte, eine entsprechende Mission zu verhindern, war im Januar im Auftrag der WHO ein Team aus internationalen Wissenschaftlern ins chinesische Wuhan gereist, um die Ursprünge der Pandemie zu erforschen. Am Dienstag stellten sie ihren Bericht vor.

Aus diesem Anlass hatte Tedros kritisiert, die internationalen Experten seien vor Ort auf "Schwierigkeiten beim Zugang zu Rohdaten" gestoßen. In der Zukunft erwarte er "gemeinschaftliche Studien, um rechtzeitiger und umfassender Daten zu teilen".

Tedros forderte zudem, die These, das neuartige Coronavirus könne aus einem Labor entwichen sein, weiter zu untersuchen. Denkbar seien "weitere Missionen mit spezialisierten Experten, zu deren Entsendung ich bereit bin". Er betonte, der Bericht sei "ein wichtiger Anfang, aber nicht das Ende. Wir haben den Ursprung des Virus noch nicht gefunden."

Deutliche Kritik von 14 Staaten

Auch die USA und 13 weitere Staaten äußerten Bedenken. Die Mission sei "erheblich verzögert" worden und den Experten sei "der Zugang zu vollständigen, originalen Daten und Proben" verwehrt geblieben, erklärten die 14 Länder, unter ihnen Australien, Großbritannien, Japan und Kanada, in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. März 2021 um 22:00 Uhr.