Xi Jinping | dpa

Chinas Staatschef Xi Aus für Kohlekraftwerkbau im Ausland

Stand: 22.09.2021 08:50 Uhr

Umweltschützer sprechen von einem wichtigen Signal: Chinas Staatschef Xi hat in der UN-Generaldebatte angekündigt, dass man keine Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen werde. Doch es bleiben Fragen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat in der UN-Generaldebatte das angekündigt, was Umweltschutzgruppen und Experten seit Jahren fordern: Die Volksrepublik werde künftig keine neuen Kohlekraftwerke in anderen Staaten bauen, sagte er in einer aufgezeichneten Rede.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

In zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländern in Asien und Afrika sind in den vergangenen Jahren neue Kohle-Großkraftwerke entstanden, die von staatlichen chinesischen Banken finanziert und von staatlichen chinesischen Baufirmen errichtet wurden. Damit soll nach den Worten des chinesischen Staatschefs nun Schluss sein.

Li Shuo vom China-Büro der Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte, Xis Ankündigungen vor den Vereinten Nationen seien ein sehr wichtiges und positives Signal für den Klimaschutz.

China will bis 2060 klimaneutral sein

Xi betonte in seiner Rede, dass die Volksrepublik bis 2060 ein klimaneutrales Land sein werde. China werde sich außerdem bemühen, ab spätestens 2030 den Ausstoß von CO2 erstmals zu reduzieren. Bis dahin aber - bis Ende dieses Jahrzehntes - wird der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in der Volksrepublik weiter Jahr für Jahr steigen. So werden in China selbst auch weiterhin neue Kohlekraftwerke gebaut.

Er erwarte nun mehr Klarheit von Seiten der chinesischen Staatsführung, wie die Klimaschutzankündigungen Xis genau umgesetzt werden sollen, sagte Li Shuo von Greenpeace. So sei etwa die Frage, ob sich die Zusagen nur auf staatliche Stellen beziehen oder auch auf chinesische Privatunternehmen.

Die Volksrepublik China ist der mit Abstand größte Emittent klimaschädlicher Gase. Beim CO2-Ausstoß pro Kopf hat das Land inzwischen die EU überholt, Tendenz steigend. Gleichzeitig investiert Chinas Staatsführung massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die CO2-freie Atomkraft.

Ein von China finanziertes Kohlekraftwerk auf der indonesischen Insel Bali | AFP

Das Kohlekraftwerk Celukan Bawang auf der indonesischen Insel Bali wurde von China gebaut. Bild: AFP