Menschen waten in der zentralchinesischen Provinz Henan durch eine überflutete Straße. | dpa

Überschwemmungen in China Hunderte in U-Bahn eingeschlossen

Stand: 21.07.2021 04:18 Uhr

In China haben heftige Regenfälle starke Überschwemmungen ausgelöst. Das Hochwasser schloss dabei auch Hunderte Menschen in einer U-Bahn ein. Staatlichen Medien zufolge starben bislang zwölf Menschen in den Fluten.

Die schwersten Regenfälle seit Jahrzehnten haben in der zentralchinesischen Metropole Zhengzhou massive Überschwemmungen ausgelöst. Staatliche Medien berichteten von zwölf Toten, doch war die genaue Zahl der Opfer zunächst unklar. Die Fluten überschwemmten die U-Bahn, wo Hunderte Menschen in Zügen und auch in Tunneln eingeschlossen waren, wie Staatsmedien und Augenzeugen in sozialen Medien berichteten. Die Rettung von Menschenleben habe "oberste Priorität", wurde Chinas Präsident Xi Jinping von Staatsmedien zitiert. 

Auf Videos war zu sehen, wie ihnen das Wasser bis zu den Schultern stand. Rettungsdienste waren im Einsatz. Bei Evakuierungen mussten auch rund 600 schwerkranke Patienten aus einem Krankenhaus der Zhengzhou Universität in Sicherheit gebracht werden. Zudem war der Strom in der Klinik ausgefallen.

Infolge des Starkregens stehen zudem zwei Dämme kurz vor dem Einsturz. Die Wassermassen hätten einen 20 Meter hohen Riss im Yietan-Damm bei der Stadt Luoyang verursacht, wodurch das Stauwerk "jederzeit einstürzen könnte", teilten die örtlichen Behörden mit. Die chinesische Volksbefreiungsarmee sei für Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen angerückt. Separat meldet die Hochwasserschutzzentrale in Zhengzhou, dass das auch das Guojiazui-Reservoir stark von einem Bruch bedroht sei. Es seien Evakuierungen angeordnet worden.

Wasser- und Stromversorgung vielerorts unterbrochen.

"Solche Regenfälle gibt es normalerweise nur einmal in 100 Jahren. Die Lage ist düster", berichtete laut "China Daily" der Krisenstab der neun Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt von Henan. Viele Straßen von Zhengzhou waren überflutet. Autos und Busse blieben stecken. Die Wasser- und Stromversorgung war vielerorts unterbrochen.

Fahrzeuge stehen in der zentralchinesischen Provinz Henan auf einer überfluteten Straße | dpa

Fahrzeuge stehen in der zentralchinesischen Provinz Henan auf einer überfluteten Straße. Bild: dpa

10.000 Menschen in Provinz Henan evakuiert

Der Verkehr wurde praktisch lahmgelegt. Das U-Bahnnetz kam zum Stillstand, Hochgeschwindigkeitszüge wurden ausgesetzt. Der Flughafen von Zhengzhou strich 270 Flüge. Zunächst berichteten Staatsmedien von einem Toten und zwei Vermissten, doch war die Lage unklar. Die Regenfälle in Henan wurden von Taifun "In-Fa" ausgelöst. Der Wirbelsturm sorgte auch in den Provinzen Zhejiang und Fujian für Unwetter.

Die Provinz Henan wird bereits seit vergangener Woche von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Wasserstände von Zuflüssen des Gelben Flusses und des Haihe Flusses überschritten Alarmstufen. Weitere schwere Niederschläge und Überschwemmungen wurden erwartet. Mehr als 10.000 Menschen wurden bereits in den vergangenen Tagen bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht. Die Schäden für die Landwirtschaft gehen in die Millionen.

Schwere Unwetter wurden auch aus Südchina gemeldet, wo in der Provinz Guangdong ein weiterer Taifun mit dem Namen "Cempaka" mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometern bei der Stadt Yangjiang auf Land traf. Auch im Norden Chinas gab es in der Inneren Mongolei schwere Überschwemmungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2021 um 06:00 Uhr.