Pressekonferenz des indonesischen Militärs zu mutmaßlichen Funden des vermissten U-Boots "KRI Nanggala". | AP

Gegenstände vor Bali gefunden Vermisstes U-Boot wohl gesunken

Stand: 24.04.2021 12:36 Uhr

Suchmannschaften haben vor der Küste Balis Teile des vermissten U-Boots gefunden. Indonesien erklärte die "KRI Nanggala 402" offiziell für versunken. Für die Besatzung bestehe keine Hoffnung mehr.

Das vor der Insel Bali verschwundene indonesische Militär-U-Boot mit 53 Menschen an Bord ist gesunken. Es bestehe keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden, teilte die indonesische Marine mit. Rettungskräfte hätten Teile mit Bezug zu einem Torpedo, eine Schmiermittelflasche und Gebetsteppiche aus dem U-Boot gefunden, sagte Marinestabschef Yudo Margono.

Dies seien Gegenstände, die ohne Druck von außen oder einen Schaden an der Torpedo-Abschussvorrichtung nicht nach außen hätten gelangen können, hieß es. "Mit den authentischen Beweisstücken, die wir gefunden haben und von denen vermutet wird, dass sie von dem U-Boot stammen, sind wir jetzt von der U-Boot-vermisst-Phase zu U-Boot versunken übergegangen", sagte Margono. Die Trümmer seien an jener Stelle gefunden worden, an der das U-Boot das letzte Mal abgetaucht sei.

Sauerstoffvorrat aufgebraucht

Der Kontakt zu dem U-Boot war am frühen Mittwochmorgen abgerissen, während einer Militärübung, bei der Torpedos abgefeuert werden sollten. Die "KRI Nanggala 402" hatte nach Militärangaben um Erlaubnis gebeten, tiefer abtauchen zu können. Nach der Erteilung des entsprechenden Befehls ging der Kontakt verloren. Die aufgefundene Schmiermittelflasche sei vermutlich zum Ölen des Sehrohrs verwendet worden, sagte Margono. Der Sauerstoffvorrat an Bord war nach offiziellen Angaben am Samstagmorgen aufgebraucht.

In den vergangenen Tagen war nach dem U-Boot gesucht worden, auch mit internationaler Unterstützung. 20 indonesische Schiffe und vier Flugzeuge suchten nach der "KRI Nanggala 402". Auch beteiligten sich ein australisches Kriegsschiff und ein amerikanischen Spezialflugzeug. Ebenso wurde ein Bergungsschiff der Marine Singapurs bei der Aktion vor der Küste Balis erwartet sowie Schiffe aus Malaysia und Indien , die ebenfalls bei der Suche helfen wollten.

Angehörige der indonesischen Marine benutzen ein Fernglas während der Suche nach dem U-Boot "KRI Nanggala". | AP

Angehörige der indonesischen Marine suchten in den vergangen Tagen ein etwa 34 Quadratkilometer großes Gebiet ab. Auch die USA und Australien schickten Schiffe und Helfer, ebenso Indien, Singapur und Malaysia. Bild: AP

Ein Ölteppich am Ort des letzten Kontakts

Das knapp 60 Meter lange U-Boot hatte hatte am Mittwoch während einer Übung den Kontakt verloren. Es befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 95 Kilometer nördlich von Bali. Bei der Suche war zuletzt ein unbekanntes stark magnetisches Objekt in einer Tiefe von 50 bis 100 Metern gefunden worden. Ein hydrographisches Schiff habe dieses weiterhin nicht identifizieren können, sagte der Militärsprecher. "Das Objekt schwimmt im Wasser, also bewegt es sich vielleicht", sagte er.

Die Suche konzentrierte sich auf eine Stelle in der Nähe des Ausgangspunkts des letzten Abtauchens. Der Marinestabschef Yudo Margono sagte, das entdeckte Öl könne durch einen Riss im Treibstofftank des U-Boots ausgetreten sein oder die Besatzung habe es möglicherweise entweichen lassen, um das Gewicht zu verringern und aufzutauchen.

Wassertiefen von mehr als 1500 Metern

Unklar war lange, ob das U-Boot ein unkontrolliertes Abtauchen bis auf den Meeresgrund überstanden haben könnte. Die "Nanggala" konnte nach Angaben der Marine bis zu einer Tiefe von 500 Metern dem Wasserdruck standhalten. "Mehr könnte tödlich sein", sagte ein Sprecher. Vor der Küste Balis sind jedoch Wassertiefen von mehr als 1500 Meter möglich. Laut Marine ist das U-Boot vermutlich 600 bis 700 Meter unter Wasser.

Die "KRI Nanggala 402" war 1977 von der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft gebaut worden und gehört seit 1981 zur Flotte Indonesiens. Es ist dafür ausgelegt, bis zu einer Tiefe von 250 bis 500 Metern zu tauchen. Im Jahr 2012 war eine zweijährige Komplett-Überholung in einer südkoreanischen Werft beendet worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. April 2021 um 12:52 Uhr.