Die Olympischen Ringe sind in Tokio in der Nähe der Baustelle für den Odaiba Marine Park, dem Austragungsort für den Triathlon, installiert. | dpa

Olympische Spiele in Tokio Freiwillige Helfer springen ab

Stand: 02.06.2021 15:05 Uhr

Für die Olympischen Spiele im Juli werden offenbar weniger Helferinnen und Helfer zur Verfügung stehen als geplant. Mehr als zehn Prozent sind nach japanischen Medienberichten abgesprungen.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Seit Monaten hat das Tokyo2020-Organisationskomitee Presseanfragen zu Absagen freiwilliger Helferinnen und Helfer unbeantwortet gelassen. Nun berichten mehrere Medien, dass mehr als zehn Prozent der insgesamt 80.000 Freiwilligen für die Wettkampfstätten nicht mehr bei Olympia mitmachen wollen. Ein Grund dafür ist die Sorge, sich mit dem Coronavirus anzustecken, so der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Toshiro Muto.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Nur Schutzmasken und Desinfektionsmittel für Freiwillige

Tatsächlich sind die Vorbereitungen schlicht. Während Athletinnen und Athleten und Teams voraussichtlich geimpft sind und viel getestet werden, gibt es das für die Freiwilligen bisher nicht. Geplant sind lediglich zwei Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Ob weniger Freiwillige für die Organisation der Spiele problematisch sind, ist unklar.

Unterdessen warnte Japans Corona-Chefberater Shigeru Omi, die Spiele während eines Ausnahmezustandes auszutragen. Dies sei nicht normal, sagte er im Parlament. Dass der Notstand jedoch über den 20. Juni hinaus aufrechterhalten bleibt, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die Infektionszahlen gehen seit ein paar Tagen zurück, sogar Vergnügungsparks und Kinos dürfen wieder öffnen, wenn auch nur bis 21.00 Uhr. Die Sommerspiele sollen am 23. Juli beginnen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Juni 2021 um 22:15 Uhr.