Orthopädietechnikerinnen bei der Arbeit im IKRK-Rehabilitationszentrum in Kabul.  | AFP

Taliban zum Gesundheitssektor Manche Afghaninnen sollen arbeiten

Stand: 28.08.2021 11:42 Uhr

Noch ist unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban ihren Berufen nachgehen können. Zumindest im Gesundheitsbereich sollen sie nun zur Arbeit zurückkehren. Der Ausübung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege.

Die radikalislamistischen Taliban haben die im öffentlichen Gesundheitssektor Afghanistans beschäftigten Frauen aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Das Gesundheitsministerium weise alle weiblichen Mitarbeiter in der Hauptstadt und den Provinzen an, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, hieß es in einem Tweet des Taliban-Sprechers Sabiullah Mudschahid. Der Ausübung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege.

Es ist bisher weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban weiter ihren Berufen nachgehen können. Bislang gab es lediglich für den Gesundheits- und den Bildungsbereich konkretere Aussagen, dass Frauen wieder ihre Arbeit aufnehmen sollten.

Im Gesundheitsbereich hatte es zuletzt Berichte aus dem Norden des Landes gegeben, dass etwa Hebammen nicht mehr an Sitzungen mit männlichen Ärzten teilnehmen durften.

Journalistinnen wurden nach Hause geschickt

In einer Pressekonferenz hatte Mudschahid diese Woche erklärt, arbeitende Frauen sollten zu Hause bleiben, bis es neue Regeln gebe. Ihre Gehälter erhielten sie dennoch.

Es war unklar, ob er nur von angestellten Frauen bei Regierungsbehörden sprach oder auch von privaten Firmen. Journalistinnen hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass sie von Taliban-Kämpfern nach Hause geschickt worden seien.

Zweifel an Aussagen der Taliban

Seit der Machtübernahme Mitte August bemühen sich die Taliban darum, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass sie sich verändert haben und die Rechte von Frauen nun respektieren. Viele Afghaninnen und Afghanen sind aber skeptisch.

Als die Taliban zwischen 1996 und 2001 herrschten, durften Frauen nicht ohne männliche Begleitung ausgehen und arbeiten, Mädchen durften nicht zur Schule gehen. Frauen durften nicht von männlichen Ärzten behandelt werden, was ihre Gesundheitsversorgung massiv einschränkte. Frauen, denen Ehebruch nachgesagt wurde, wurden ausgepeitscht und gesteinigt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. August 2021 um 11:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sausevind 28.08.2021 • 17:50 Uhr

13:45 von Sisyphos3

"als Jesus missionierend durchs Land pilgerte waren Frauen dabei das wird gelegentlich übersehen" .-.-. Stimmt. Darüber gibt es in der theologischen Literatur auch spannende Untersuchungen. Die hab ich vor Jahrzehnten mal gelesen, jetzt aber leider nicht mehr im Kopf.