Ein Mann trägt Eimer in einer durch den Taifun "Rai" verwüsteten Region.  | dpa

Philippinen Zahl der Todesopfer durch Taifun steigt

Stand: 18.12.2021 12:52 Uhr

Infolge eines Tropensturms sind auf den Philippinen mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende mussten fliehen, das ganze Ausmaß der Zerstörung ist noch unklar. Inzwischen ist der Sturm weitergezogen.

Auf den Philippinen hat sich die Zahl der Todesopfer durch den Tropensturm "Rai" weiter erhöht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP starben mindestens 31 Menschen; die Nachrichtenagentur AFP berichtet von mindestens 33 Toten. Viele der Opfer seien von Bäumen erschlagen worden, teilten Polizei und Katastrophenschutz mit. Mehr als 18.000 Einsatzkräfte wurden für Such- und Rettungsmaßnahmen in den am schwersten betroffenen Regionen mobilisiert.

Vor allem auf der Ferieninsel Siargao sowie der nördlichen Spitze der Insel Mindanao seien "schwere Schäden" entstanden. Auch auf der Insel Dinagat gab es Todesopfer. Die Gouverneurin der Dinagat-Inseln bat um Nahrungsmittel und andere Hilfen. "Rai" habe das Gebiet dem Erdboden gleich gemacht, sagte Arlene Bag-ao. In der Provinz Bohol rettete die Küstenwache Menschen mit Schlauchbooten von Dächern und Bäumen.

Karte der Philippinen mit Guimaras, Bukidnon und Surigao City

Mehrere Provinzen waren von dem Taifun betroffen.

Ausmaß der Zerstörung noch unklar

Das ganze Ausmaß der Zerstörungen ist noch unklar, weil der Tropensturm Strom- und Kommunikationsverbindungen gekappt hat. Die zuerst getroffenen Dinagat-Inseln sind immer noch abgeschnitten. Der Taifun habe fast 95 Prozent der Häuser abgedeckt, sagte Vizegouverneur Nilo Demerey. Selbst Notunterkünfte seien zerstört. Einige Krankenhäuser könnten wegen der Schäden nicht öffnen, so Gouverneurin Bag-ao. Die meisten Schiffe seien nicht einsatzfähig. Ganz Dinagat sei damit praktisch isoliert. "Wir mögen überlebt haben, aber wir werden es in den kommenden Tagen nicht schaffen, weil wir als Inselprovinz nur begrenzte Kapazitäten haben", sagte Bag-ao.

Der Chef des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes auf den Philippinen, Alberto Bocanegra, warnte, dass sich die Unterbrechung der Stromversorgung auf die Wasserversorgung auswirken werde. Dies lasse Bedenken hinsichtlich Hygiene und Krankheiten aufkommen.

Mehr als 300.000 Menschen in die Flucht getrieben

Der Taifun hatte am Donnerstag und Freitag schwere Verwüstungen auf mehreren Inseln im Süden des Landes angerichtet, Stromleitungen wurden abgerissen und zahlreiche Dörfer überflutet. Er trieb mehr als 300.000 Menschen in die Flucht. Viele von ihnen suchten zwischenzeitlich Zuflucht in Notunterkünften.

"Rai" war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometern pro Stunde über die Philippinen hergefallen - und wurde als "Super-Taifun" eingestuft. Inzwischen ist der Sturm auf das Südchinesische Meer weitergezogen.

Etwa 20 Taifune pro Jahr

Der Sturm traf die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober. Der südostasiatische Inselstaat wird jedes Jahr von durchschnittlich etwa 20 Taifunen heimgesucht.

Durch den Klimawandel und die damit steigenden Meerestemperaturen nehmen Wirbelstürme in ihrer Zahl und Intensität zu. Der bisher schlimmste Taifun "Haiyan" hatte im November 2013 mehr als 6300 Menschen das Leben gekostet. Mehr als vier Millionen Menschen mussten fliehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2021 um 09:55 Uhr.