Flüchtlingscamp in Syrien nahe der Stadt Atma | dpa

Internationale Geberkonferenz Milliarden für Opfer des Syrien-Kriegs

Stand: 10.05.2022 11:51 Uhr

Seit 2011 tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Um den Menschen zu helfen, werden bei einer Geberkonferenz erneut Gelder eingesammelt. Deutschland sagte mehr als eine Milliarde Euro zu. Teilnehmer mahnten, Syrien dürfe nicht vergessen werden.

Die Europäische Union will mehr als zweieinhalb Milliarden Euro zusätzlich an Hilfe für Betroffene des syrischen Bürgerkriegs zur Verfügung stellen. Der Außenbeauftragte Josep Borrell kündigte bei einer Geberkonferenz in Brüssel an, dass die EU-Kommission für 2022 eine weitere Milliarde Euro geben will, die zu bereits versprochenen 560 Millionen Euro für das laufende Jahr hinzukomme.

Für 2023 kündigte er weitere 1,56 Milliarden Euro an. Die Hilfe soll Menschen in Syrien sowie Flüchtlingen in den Nachbarländern und deren Gastgebern zugutekommen. Seit Kriegsbeginn 2011 stellten die EU und die Mitgliedstaaten insgesamt 27,4 Milliarden Euro bereit.

Deutschland gibt mehr als eine Milliarde Euro

Borrell forderte die Teilnehmer an der von der EU ausgerichteten Konferenz auf, ebenfalls großzügig zu sein. Der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Tobias Lindner, sagte für Deutschland 1,053 Milliarden Euro zu - "für humanitäre, Entwicklungs- und Stabilisierungsmaßnahmen in Syrien und den Gastländern syrischer Flüchtlinge in der Region".

In dem 2011 begonnenen Konflikt seien 500.000 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 15 Millionen Syrerinnen und Syrer seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, erklärte Lindner. Vor allem brauche es eine politische Lösung des Krieges, daher unterstütze Deutschland die Bemühungen des UN-Sondergesandten Geir Pedersen. Pedersen nimmt ebenfalls an der Konferenz teil.

Ukraine-Krieg hat Lage in Syrien verschlimmert

Zum Auftakt mahnte UN-Generalkommissar Philippe Lazzarini: "Es ist an der Zeit, dafür zu sorgen, dass Syrien und die palästinensischen Flüchtlinge nicht zum neuen vergessenen Konflikt werden."

Bei dem Treffen will die internationale Gemeinschaft die Lage in Syrien erörtern, politische Zusagen bekräftigen und finanzielle Unterstützung mobilisieren. Vergangene Woche hatte Borrell bereits mit Blick auf den Ukraine-Krieg bekräftigt: "Trotz eines Kriegs vor der eigenen Haustür vergisst die Europäische Union andere Konflikte nicht."

Oliver Varhelyi‚ EU-Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung, betonte, der russische Angriff auf die Ukraine habe die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage in Syrien und der Region weiter verschärft. Grund seien unter anderem gestiegene Preise für Lebensmittel und Rohstoffe.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Mai 2022 um 08:05 Uhr.