Ein Soldat löscht einen ausgebrannten Militärbus in der syrischen Hauptstadt Damaskus. | via REUTERS

14 Tote in Damaskus Bombenanschlag auf Militärbus

Stand: 20.10.2021 12:39 Uhr

In der syrischen Hauptstadt Damaskus sind bei einem Anschlag mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Angreifer nahmen das Militär offenbar direkt ins Visier: Sie platzierten Sprengsätze an einem mit Soldaten besetzten Bus.

Bei einem der schwersten Terroranschläge seit Jahren in Syriens Hauptstadt Damaskus sind mindestens 14 Menschen getötet und weitere verletzt worden. Zwei an einem Militärbus befestigte Sprengsätze seien explodiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Ein dritter Sprengsatz habe entschärft werden können.

Die Sprengsätze detonierten während des morgendlichen Berufsverkehrs unter einer Brücke im Zentrum von Damaskus. Die meisten Todesopfer seien Angehörige des Militärs gewesen, hieß es aus Militärkreisen. Darunter waren nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte auch Offiziere. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

"Das war eine feige Tat"

Das syrische Staatsfernsehen zeigte Bilder eines ausgebrannten, noch qualmenden Busses und Soldaten bei Löscharbeiten. Anwohner sagten, die zwei Explosionen seien deutlich zu hören gewesen und hätten in der Bevölkerung Panik ausgelöst. Sicherheitskräfte sperrten demnach die Gegend ab und kontrollierten Fußgänger.

"Das war eine feige Tat", sagte der Polizeichef von Damaskus, Generalmajor Hussein Jumaa, im staatlichen Fernsehen. Die Polizei habe das Gebiet abgeriegelt und sichergestellt, dass es keine weiteren Bomben gebe. Er forderte die Bevölkerung auf, die Behörden über jedes verdächtige Objekt zu informieren.

Der syrische Innenminister Mohammad al-Rahmun erklärte, der Anschlag habe darauf abgezielt, so viele Menschen wie möglich zu verletzen. Er versprach, die "Terroristen, die dieses abscheuliche Verbrechen verübt haben", zu finden.

Tote Zivilisten bei Armee-Angriffen in Idlib

Der Anschlag war der schwerste in Damaskus seit Jahren. Damaskus ist eigentlich fest unter Kontrolle der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad. Diese hatten 2018 auch die von Rebellen kontrollierten Gegenden am Stadtrand eingenommen. In anderen Teilen des Bürgerkriegslandes wird weiterhin gekämpft.

In Ariha in der nordwestlichen Provinz Idlib wurden beim Beschuss durch Regierungstruppen mindestens acht Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle mitteilte. Die Kinder seien gerade auf dem Weg zur Schule gewesen. 26 weitere Zivilisten seien verletzt worden.

Die Region um Idlib ist nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet des Landes. Russland und die Türkei haben sich als Schutzmächte der syrischen Regierung beziehungsweise der Opposition auf eine Waffenruhe für das lange umkämpfte Gebiet geeinigt. Seitdem geht die Gewalt zwar zurück. Dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen, bei denen häufig auch Zivilisten getötet werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Oktober 2021 um 10:55 Uhr.